Artenschutz sichert unseren Fortbestand

Der Grund, weshalb der Artenschutz im Hintergrund steht, liegt in der mangelnden Information. Die Artenvielfalt ist so wichtig für unsere Existenz.

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Artenschutz - Abbildung Laubfrosch
Artenschutz - Abbildung Laubfrosch

Umweltberichte, Umweltökonomen, Umweltschützer, Umweltorganisationen und Umweltingenieure predigen einen bekannten Satz: Wir müssen die Umwelt schützen. Nun, dabei handelt es sich um die halbe Wahrheit. Warum bezeichnen wir das als halbe Wahrheit? Weil der Satz eine wichtige Ergänzung benötigt: Staaten, Unternehmen, Privathaushalte und jede einzelne Person sollten – sofern es möglich ist – die Umwelt schützen, um sich selbst zu schützen. Denn ohne die Natur exzitiert auf dem Blauen Planeten kein Leben. Gleichzeitig ist die Natur jedoch auf die Hilfe der Menschen angewiesen. Dies gilt insbesondere für den Artenschutz. Deshalb besteht die Aufgabe der Regierungen, Unternehmen und Privathaushalte darin, die Biodiversität zu schützen; für eine wunderschöne Gegenwart und eine noch bessere Zukunft. Schließlich geht es hier um mehr als nur um die beiden Aspekte: Die Gesundheit der Menschheit spielt eine zentrale Rolle.

Wofür steht die Artenschutz Definition?

Der deutsche Gesetzgeber schätzt die Bedeutung der Artenvielfalt. Aus diesem Grund existiert ein Artenschutzgesetz. Es ist in unterschiedliche Stufen unterteilt. Der allgemeine Artenschutz fällt in die Kategorie “schwächste Version”. Allerdings betrifft dieses Gesetz sämtliche Arten. Streng geschützte sowie besonders geschätzte Arten sind in einem abschließenden Katalog aufgeführt. Dabei handelt es sich um Arten, welche gefährdet sowie äußerst gefährdet sind. Doch, woraus resultiert die Einteilung, welche Arten stark oder besonders gefährdet sind? Die Mehrheit der Einstufungen resultiert aus regelmäßigen, internationalen Abkommen. (vgl. https://www.bmuv.de)

Video: Globales Artensterben
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Welche Instrumente kommen für den Artenschutz zum Einsatz?

In Deutschland kommen unterschiedliche Instrumente für die Umsetzung des Artenschutzes zum Einsatz. Zum einen beinhaltet das deutsche Artenschutzrecht zahlreiche Verbote. Bei einer Zuwiderhandlung müssen die Verantwortlichen mit Strafen rechnen. Allerdings existieren auch Ausnahmen, bei welchen es sich nicht immer um eine Straftat handelt.

Allgemeiner Artenschutz verbietet es, wild lebende Tiere auf irgendeine Weise zu beunruhigen. Fangen. Verletzen. Töten. Auch das ist nicht gestattet. Ihren Lebensraum, ohne einen plausiblen Grund zu zerstören oder zu beeinträchtigen ist ebenso nicht gestattet. In diese Kategorie fällt auch die Entnahme von wilden Pflanzen. Es ist nicht erlaubt, diese zu entnehmen.

Gibt es ein Gesetz für den Artenschutz für Tiergehege und Zoos?

Zoos und Tiergehege können Betreiber nicht einfach nach Lust und Laune einrichten. Sie müssen besondere Ansprüche erfüllen. Für den Import und Export benötigen die Betreiber ebenso spezielle Genehmigungen. Außerdem existiert eine Ergänzung beim Artenschutz in Form von Einschränkungen. Das gilt insbesondere für invasive, gebietsfremde und nichtheimische Arten. Mit diesen Vorschriften sollen heimische Arten, Biotope sowie Ökosysteme geschützt werden. Invasive Arten, die eine Bedrohung für das hiesige Ökosystem darstellen, sind von der zuständigen Behörde an einer Vermehrung zu behindern. Die Behörde hat die Ausbreitung dieser Art zu stoppen. Und wie stellt die Behörde fest, ob eine Art invasiv ist oder nicht? Die Zuständigen beobachten die Arten, um eine Antwort auf diese Frage zu erhalten.

Eine Ausnahmegenehmigung tritt in Kraft, wenn es notwendig ist, gebietsfremde Arten in die freie Natur, einzubringen. Handelt es sich jedoch um Einzelgruppen – wie Pflanzen in der Land- und Forstwirtschaft – ist die Ausnahmegenehmigung nicht zwingend notwendig.

Video: Was geht wirklich bei Zoos?
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Worum geht es beim besonderen Artenschutz?

Der besondere Artenschutz beinhaltet weitere Verbote. Das Besitzverbot sowie das Vermarktungsverbot kommen als Erweiterung zum allgemeinen Artenschutz hinzu. Des Weiteren verbietet das Vermarktungsverbot eine Präsentation der Tiere. Damit der Schutz der besonderen Arten gewährleistet ist, erfolgt durch die EG-Verordnung eine Überwachung des Handels hinsichtlich wildlebender Tier- und Pflanzenarten.

Welche Aktivitäten sind im Bereich der besonders geschützten Arten noch verboten? Erhebliche Störungen des Fortpflanzungsprozesses oder der Überwinterungszeit sind nicht gestattet. Derartige Störungen fallen beim allgemeinen Artenschutz in die Kategorie “Ordnungswidrigkeit”. Bei den besonders geschützten Arten hingegen sind das schon Straftaten. Geld- oder Freiheitsstrafen sind die Folge.

Wenn der Artenschutz nicht wichtig wäre, gäbe es keine Gesetze, die den Artenschutz unterstützen. Dennoch lohnt sich eine Auseinandersetzung mit der Thematik sowie die Beantwortung der Frage, weshalb sich überhaupt ein Praktizieren des Artenschutzes auszahlt.

Warum sich ein Praktizieren des Artenschutzes lohnt

Der Blaue Planet ist bisher der einzige Planet, der Leben beherbergt – zumindest hat die Praxis nicht das Gegenteil bewiesen; von gigantischen Blauwalen bis hin zu kaum sichtbaren Bakterien oder Pilzen. Die Artenvielfalt der Mikroben, Pflanzen und Tiere ist so groß, dass Forscher wirklich jedes Jahr weitere Tausende neue Arten entdecken. Und das Wohlergehen der Menschheit hängt eng mit dem Wohlergehen dieser Arten zusammen.

Im Industriezeitalter hat sich jedoch der Blickwinkel der Betrachtung geändert – beim Thema Naturschutz. Klimawandel, erhöhte Nachfrage nach Biomasse. Daraus resultierten Umwelt- und Lichtverschmutzung, welche der Artenvielfalt und den Ökosystemen erhebliche Schäden zufügen. (vgl. https://unfoundation.org)

Der Schutz der Biodiversität ist unverzichtbar, denn die Vernichtung der natürlichen Lebensräume stärkt die Interaktionen zwischen Mensch, Tier und Umwelt. Wenn Regierungen, Unternehmen, Privathaushalte und jede einzelne Person sich darüber im Klaren wären, dass die biologische Artenvielfalt eine wirksame Barriere zwischen tödlichen Krankheiten und den Menschen darstellt, würden sie ihre Aktivitäten zugunsten des Artenschutzes machen. Die weltweite Pandemie namens COVID-19 nutzen Wissenschaftler als Beispiel, um zu erklären, was eine Vernichtung der Artenvielfalt verursacht. 

Die Biodiversität ist der bedeutendste Indikator, der den Zustand eines Ökosystems beschreibt. Zudem zahlt sich der Artenschutz aus, weil er mit Bedrohungen wesentlich besser fertig wird als eine geringe Anzahl von Arten. Bereits die Vernichtung einer einzigen Art verursacht unvorhergesehene Folgen. Dazu zählt nicht nur die Zerstörung eines oder mehrerer Ökosysteme, sondern auch die Verbreitung von Krankheiten wie beispielsweise COVID-19. Auch wenn keine Belege dafür existieren, dass ein mangelnder Artenschutz für die Pandemie verantwortlich ist, beharren Umweltexperten auf dieser These. Sie begründen ihre Behauptung damit, dass eine Artenvielfalt als Barriere gegen zahlreiche Krankheiten dient. (vgl. https://ec.europa.eu)

Regierungen, Unternehmen und Privathaushalte sind sich darüber im Klaren, dass der Artenschutz keine freiwillige Entscheidung, sondern eine notwendige Mission ist. Die nachfolgenden Gründe erläutern genauer, weshalb der Schutz der Biodiversität bitter nötig ist. Um jedoch zu verstehen, weshalb die Artenvielfalt verloren geht, lohnt sich ein Wechsel des Betrachtungswinkels. Auch eine anderweitige Fragestellung hat sich in der Praxis als hilfreich bewährt: Was müssen Regierungen, Unternehmen, Privathaushalte und jeder Einzelne tun, damit kein Artenschutz gewährleistet ist?

Artenschutz - Abbildung Laubfrosch
Artenschutz – Abbildung Laubfrosch

Welche Tätigkeiten praktizieren Unternehmen und Haushalte, damit kein Artenschutz gesichert ist?

Hier reicht nicht nur ein Perspektivenwechsel. Stattdessen zahlt sich ein Blick von “oben” aus. Satellitenbilder ermöglichen die andere Sichtweise von oben. Von dort aus können Menschen sehen, was der globale Wandel verursacht hat: schmelzende Gletscher, gerodete Waldflächen, eine zunehmende Verwüstung und eine rapide Urbanisierung. War es das schon? Leider nicht. Denn der Klimawandel, die Lichtverschmutzung, die veränderte Landnutzung, das rapide Bevölkerungswachstum tragen ebenfalls zu einem Verlust der Artenvielfalt bei.

Fast Fashion, übermäßiger Konsum von Nahrung oder das Nutzen von Autos für kurze Fahrtwege sind ebenso Aktivitäten, die weder der Umwelt noch der Artenvielfalt guttun. Denn ein gesundes Ökosystem wirkt einer Umweltverschmutzung clever entgegen. Ein Ökosystem, das einwandfrei funktioniert, reinigt das Wasser und die Luft. Zudem erhält ein gutes Ökosystem die Bodenfruchtbarkeit aufrecht. Auch die Klimaregulierung übernimmt diese Aufgabe. Rohstoffe und Ressourcen für Medizin bezieht der Mensch aus einem gesunden Ökosystem. Deshalb ist der Artenschutz wichtig. Er bildet die Basis jeder Zivilisation und fördert ein gesundes Wirtschaftswachstum. Der Mensch benötigt die Ökosystemdienstleistungen. Sie fallen in die Rubrik des Naturkapitals.

Nachdem nun klar ist, welche Tätigkeiten Unternehmen und Haushalte praktizieren müssen, damit kein Artenschutz gewährleistet ist, stellt sich die Frage: Existiert eine Beziehung zwischen Business und Biodiversität? Ist es für Unternehmen möglich ihren Zielen nachzugehen, ohne einen Artenverlust auszulösen? Oder gar zu beschleunigen?

Die wenig bekannte Beziehung zwischen Business und Biodiversität

Unternehmen sind sich darüber entweder nicht im Klaren oder ignorieren eine wichtige Tatsache ganz bewusst: Ihre Existenz hängt von der biologischen Vielfalt ab. Wenn die Letztere sinkt, steigt das Insolvenzrisiko von Unternehmen. Wenn sich Unternehmen mit diesem Aspekt näher befassen würden, dann würden sie vermutlich oder höchstwahrscheinlich anders wirtschaften. Denn sie sind auf Arten, Gene und Leistungen der Ökosysteme angewiesen. Mehr noch: Ihre Existenz hängt davon ab. Immerhin leistet das Trio einen wichtigen Beitrag zu den Herstellungsprozessen. Die Produktion hängt von einwandfreien Ökosystemen ab. Nur so ist eine Abfallentsorgung möglich. Außerdem erhalten lediglich gesunde Ökosysteme die Boden- und Wasserqualität aufrecht.

Welche Industrie benötigt die Artenvielfalt? Weshalb sollte sie den Artenschutz befürworten? Es ist beispielsweise die Agrarindustrie. Sie hängt von der Biodiversität der wilden Verwandten von Naturpflanzen ab, weil sie dadurch die Resistenz der heimischen Pflanzen gegen Schädlinge und Krankheiten ermöglicht.

Wirtschaft und Industrie beeinflussen somit die Artenvielfalt. Sie können erhebliche negative externe Effekt verursachen, weil sie Rohstoffe zerstören. Doch genau an dieser Stelle kann der Privatsektor, der zum einen als Teil des Problems agiert, als Teil der Lösung fungieren. Schließlich bieten die Rohstoffe und der Einfluss des privaten Sektors bedeutende Chancen für neuartige und effektive Beiträge zum Umweltschutz. Zudem betonen zwei bedeutende international bekannte Initiativen, welche Aufgabe der Privatsektor übernehmen kann.

Für den Artenschutz existiert ein Übereinkommen, dessen englische Bezeichnung Convention on Biological Diversity (CBD) lautet. Es ist das wichtigste Abkommen über die Biodiversität. Weil es die Rolle des privaten Sektors – bei der Verwirklichung der drei wichtigsten Ziele des Übereinkommens – dank Partnerschaften zwischen unterschiedlichen Interessengruppen und von der Industrie unterstützen Initiativen betont. Zu den Zielen des CBD gehört der Artenschutz, eine nachhaltige Nutzung der Bestandteile sowie eine gerechte Verteilung der Vorteile, welche aus der Verwendung genetischer Rohstoffe resultieren.

Daneben existiert noch das Millennium Ecosystem Assessment (MA), welche als öffentliche-private Initiative agiert. Zudem deckt dieses Abkommen den Bewertungsbedarf des CBD. Zu der Hauptsponsoren dieser Initiative gehört die Weltbankgruppe. Welche Fragen klärt der MA-Bericht? Nun, er zeigt beispielhaft auf, weshalb die Wirtschaft von einem gesunden Ökosystem abhängt und nicht andersherum. Der Bericht verdeutlicht, wie die Bereitstellung von Lebensmitteln und Wasser abläuft. Hochwasserschutz und Schädlingsbekämpfung sind ebenso darin erläutert. Dabei bleibt es jedoch nicht. Stattdessen demonstriert der Bericht anhand von Worten, welche Auswirkungen eine Veränderung der Ökosystemleistungen auf Wirtschaft und Industrie hat. Dem Bericht zufolge sind zwei Drittel der Leistungen von den Aktivitäten der Unternehmen betroffen. Doch genau diese Lage bietet Chancen und Herausforderungen zugleich. Um das jedoch besser zu verstehen, erfolgt eine Aufspaltung in direkte und indirekte Auswirkungen auf die Biodiversität. (vgl.  https://www.ifc.org; Zugriff 25.4.2022)

Elemente der Biodiversität
Elemente der Biodiversität

Direkte Auswirkungen der Unternehmensaktivitäten auf die Biodiversität

Die direkten Auswirkungen resultieren überwiegend aus der Flächennutzung und Abfallerzeugung. Sie treten hauptsächlich zur selben Zeit, am selben Ort wie die Unternehmensaktivitäten auf. Außerdem können sie einen Lebensraumverlust oder –verschlechterung, Bodenerosion, Verlust der Artenvielfalt, Licht-, Wasser- und Luftverschmutzung beinhalten. Zudem kann eine Einführung von fremden Arten seitens der Unternehmen die umliegenden Ökosysteme schädigen.

Darüber hinaus können sich derartige Aktivitäten auf örtliche Gemeinschaften auswirken. Dadurch erfolgt eine Beschränkung des Zugangs zu den natürlichen Rohstoffen. Wer ist der Schlüssel, der festlegt, ob direkte Auswirkungen vorliegen oder nicht? Es ist der Standort. Er fungiert als Schlüssel für die Potenzialbestimmung für direkte Auswirkungen. Unberührte sowie abgelegene Landschaften bergen höhere Risiken. Allerdings kann eine frühzeitige Erkennung samt einer intensiven Planung diese Risiken des Öfteren reduzieren oder gar vollkommen vermeiden.

Indirekte Auswirkungen hingegen sind das Resultat der Aktivität der “Anderen”. Sie treten an anderen Orten, zum anderen Zeitpunkt auf. Des Weiteren zählen indirekte Auswirkungen zu den größten Risiken eines Unternehmens, welche der Biodiversität schaden. Zu allem Überfluss haben Unternehmen nahezu keine Möglichkeit indirekte Risiken vorherzusehen, zu identifizieren und zu kontrollieren.

Drittanbieter können die indirekten Auswirkungen bei der Beschaffung und Herstellung von Waren und Dienstleistungen verursachen. Verbraucher und Geschäftskunden agieren des Öfteren auch ungewollt als Verursacher der indirekten Auswirkungen, die der Biodiversität schaden.

Verhaltensänderungen von Angestellten sowie der lokalen Einwohner, die das Unternehmen auslöst, können ebenso einen negativen Einfluss auf die biologische Vielfalt ausüben. Dazu zählt insbesondere der Verlust von Lebensräumen sowie deren Zweckentfremdung. Ungeplante, unerwünschte Ansiedlungen, Bau von Hotelanlagen direkt am Meer oder eine landwirtschaftliche Ausdehnung, die eine erhebliche Änderung der Nachfrage nach den erneuerbaren und nicht erneuerbaren Ressourcen verursachen, zählen zu den sogenannten Verhaltensänderungen.

Dann existieren noch kumulative Auswirkungen. Sie sind gegenwärtig, wenn sich zu einer Firma nach und nach weitere Firmen gesellen. Sie befinden sich in einer unmittelbaren Nähe voneinander und beeinträchtigen kollektiv die Biodiversität. Ein einzelnes Unternehmen kann schon große Schäden anrichten, doch gemeinsam sind Unternehmen in dieser Hinsicht “stark”. Zusammen schaden sie der biologischen Vielfalt deutlich mehr als ein einzelnes Unternehmen.

Es ist kein Umweltökonomie-Studium erforderlich, um zu wissen, dass der mangelnde Artenschutz mit der Wirtschaft zusammenhängt. Doch es sollte klar sein, dass die Interessen und Aktivitäten der Wirtschaft aus der Nachfrage nach bestimmten Gütern und Dienstleistungen der Privathaushalte resultieren. Natürlich benötigen Menschen Lebensmittel und Wohnraum, um ein erfülltes Leben zu führen. Es geht nur darum, zu verdeutlichen, dass Privathaushalte und Unternehmen gleichermaßen für den Verlust des Artenreichtums verantwortlich sind. Denn Entwaldung, Umweltverschmutzung, Klimawandel, Überfischung und die Einfuhr von invasiven Arten geschieht in gewisser Weise in einem Einklang mit den Privathaushalten. Doch, wenn Privathaushalte und Unternehmen den Artenschutz “sabotieren”, haben sie auch die Möglichkeit, diesen zu praktizieren. Deshalb folgt nun eine Darstellung von unterschiedlichen Methoden, die ein Praktizieren des Artenschutzes ermöglichen.

Cradle to Cradle - Recycling
Cradle to Cradle – Recycling

Artenschutz praktizieren

Es folgt nun eine Darstellung von unterschiedlichen Methoden, die ein Praktizieren des Artenschutzes ermöglichen.

– Recyceln nicht nur lieben, sondern praktizieren

Es handelt sich hierbei keineswegs um ein leeres Gerede vom “Stammtisch”. Recycelte Produkte sind und bleiben der Renner. Denn sie leisten einen wichtigen Beitrag zum Artenschutz. Außerdem lassen sich zahlreiche Materialien recyceln. Holz. Metall. Papier. Plastik. Das Quartett dient als wunderbare Recyclinggrundlage. Außerdem harmoniert Recycling wunderbar mit dem Konzept namens Kreislaufwirtschaft.

– Einkaufen ist notwendig und es geht auch nachhaltig

Die drei Säulen der Nachhaltigkeit finden nicht nur in der freien Wirtschaft Anwendung, sondern funktionieren auch für Privathaushalte wunderbar. Natürlich müssen Privathaushalte Lebensmittel und Kleidung kaufen. Es ist jedoch möglich eine Auswahl zu treffen, die einen Beitrag zum Artenschutz leistet. Ein Plädoyer für den Verzicht auf Fleisch macht für Fleisch- und Fischgenießer wenig Sinn. Der Versuch des Bekehrens zu einer vegetarischen oder gar veganen Ernährung ist hier nicht gemeint. Wer ein Lachsfilet oder ein Schwertfischsteak genießen will, kann das nach wie vor tun. Aaaaaber und an dieser Stelle ein ganz großes ABER: Bitte ein nachhaltiges Produkt. Bloß keine vom Aussterben bedrohte Art. Der Verzicht auf bedrohte Tierarten leistet einen enormen Beitrag zum Artenschutz. Der Blauflossenthunfisch gehört zu den gefährdeten Arten. Fischliebhaber haben jedoch zahlreiche Ausweichmöglichkeiten und können zum Wohle des Artenreichtums zumindest auf diesen Fisch verzichten. Das Logo des Marine Stewardship Council steht für nachhaltige Fischprodukte. Wer sich für diese entscheidet, hat schon etwas Gutes getan.

Dasselbe, was für den Fisch gilt, lässt sich auf Fleisch, Obst und Gemüse anwenden. Regional angebaute Produkte schützen die Artenvielfalt. Selbstverständlich müssen Bananen-, Mango- oder Avocadoliebhaber nicht auf ihre Lieblingsfrüchte verzichten. Es wäre nur gut, wenn sie die Bio-Variante wählen. Aus Liebe zum Artenschutz.

Was für die Ernährung gilt, gilt auch für Kleidung. Fast Fashion ist alles andere als nachhaltig. Deshalb können Fashion-Fans auf zeitlose, klassische und hochwertige Kleidungsstücke umsteigen, um der Versuchung namens billige, schnelle Mode zu widerstehen.

Holzprodukte, die das FSC-Siegel haben, fallen ebenso in die Kategorie nachhaltig und tragen zum Artenschutz bei. Deshalb lohnt es sich beim Kauf von Möbeln und Papier einen Blick auf das Siegel zu werfen und zu prüfen, ob überhaupt eines vorhanden ist. Denn neben dem FSC-Siegel existiert auch das Kennzeichen FSC-Mix. Diese Variante stellt immerhin auch eine gute Wahl dar, denn immerhin ist ein Stückchen Nachhaltigkeit gewährleistet.

– Mobilität geht auch umweltbewusst

Privathaushalte und Unternehmen sprechen darüber, ihren CO2-Fußabdruck zu reduzieren. Eine einfache Möglichkeit, diesem Wunsch nachzukommen, besteht darin, Hybrid- oder Elektroautos zu bevorzugen. Für kurze Wege das Auto stehen lassen und Bus oder Fahrrad nehmen. Fahrgemeinschaften sind ebenfalls eine ideale Lösung, die einen großen Beitrag zum Artenschutz leisten. Selbstverständlich braucht niemand komplett auf Mobilität zu verzichten, denn für Menschen, die ihrer beruflichen Tätigkeit nachgehen, stellt die Mobilität eine notwendige Bedingung dar. Es geht an dieser Stelle lediglich darum, die Nutzung des eigenen PKW – wenn möglich – einzuschränken.

– Regionale Lebensräume schützen und Wildtiere am Leben lassen

Natürlich ist es nicht möglich, den gesamten Blauen Planeten auf einmal zu retten. Doch, kleine Beiträge erzielen eine große Wirkung. Eine Verbesserung der regionalen Lebensräume trägt zum Artenschutz bei. Es lohnt sich, Lebensräume der Tiere, sauber zu halten. Strände, Wälder und unerschlossene Gebiete kann jeder sauber halten, indem er seinen Müll nicht dort liegen lässt. Behausungen für Tiere sind eine unterschätzte Leistung für den Artenschutz. Vogelhäuschen. Fledermauskästen. Das sind Häuschen, welche die Wildtiere wirklich nutzen.

– Verpackungen reduzieren und auf diese Weise den Artenschutz sicherstellen

Plastik ist der Umweltfeind, insbesondere wenn das Material nicht recycelt wurde. Deshalb lohnt sich der Einkauf in verpackungsfreien Lebensmittelläden. Da das jedoch nicht immer und auch nicht für jeden machbar ist, können Verbraucher für die Obst- und Gemüseabteilung ihre eigene Stofftasche mitnehmen. Für trockene Zutaten lohnt sich diese Vorgehensweise.

– Kompostieren schützt die Arten

Ein US-Amerikaner produziert täglich 4,4 Pfund Abfall. Der Großteil des Mülls ist jedoch organisch. Deshalb lohnt es sich, Gemüseschalen und den Kaffeesatz auf einen Komposthaufen zu werfen. Kaffeesatz fungiert zudem als wunderbarer Dünger für Blumen und Pflanzen. Düngen ohne Chemie. Jeder kann das, wenn ein Wille da ist. Und wenn man die Anzahl der Privathaushalte, die einen eigenen Komposthaufen einrichtet, addiert,  summiert sich die Ziffer auf eine große Anzahl von Privathaushalten, die kompostieren. Ihre Abfälle landen nicht auf der Mülldeponie, was ein wesentlicher Beitrag zum Artenschutz ist.

– Ehrenamtliche Tätigkeiten sichern den Fortbestand der Artenvielfalt

Es muss nicht gleich eine Mitgliedschaft bei Greenpeace oder beim WWF sein, denn es existieren auch weitere Möglichkeiten, sich für eine grünere Zukunft, die einen Artenschutz gewährleistet zu engagieren. In jeder Gegend gibt es zahlreiche Organisationen, die sich für Nachhaltigkeit einsetzen. Und wer nicht sofort die passenden Ansprechpartner findet, kann sich in der Gemeinde erkundigen.

– Engagement ist das Geheimnis des Erfolgs für den Artenschutz

Große Unternehmen begreifen so langsam, dass sie aufgrund des veränderten Verhaltens der Verbraucher nachhaltig handeln müssen. Eine gnadenlose Ausbeutung der Natur ist nicht mehr so einfach möglich. Doch wenn riesige Erschließungsunternehmen in eine Gegend ziehen und Wälder abholzen möchten, können sich Bürger*innen engagieren und dagegen wehren. Denn in den Wäldern leben zahlreiche Arten und wer sich gegen eine Abholzung des Waldes wehrt, leistet einen Beitrag zum Artenschutz.

– Spendenaktionen sichern den Fortbestand der Artenvielfalt

Für diejenigen, für die Zeit ein knappes Gut ist, besteht die Möglichkeit anstatt Zeit, Geld zu spenden. Denn es existieren zahlreiche gemeinnützige Organisationen, die sich für den Artenschutz weltweit einsetzen. WWF und Greenpeace. (vgl. https://interestingengineering.com; Zugriff am 25.4.2022)

Fazit zum Artenschutz

Unternehmen und Privathaushalte ignorieren – bewusst oder unbewusst – die Bedeutung des Artenschutzes. Das kommt oft daher, dass oft andere Ereignisse in den Vordergrund rücken. Pandemien oder Konflikte. Der Artenverlust verläuft heimlich und hat keine Stimme. Das ist auch ein Grund, weshalb er keine große Aufmerksamkeit genießt. Doch der Mensch ist ein Teil des Blauen Planeten und kann nicht auf dieser Welt sein, ohne als Teil dieser Welt zu dienen.

Jeder Einzelne kann einen Teil dazu beitragen, um die Schäden, welche die globale Artenvielfalt aufgrund der menschlichen Aktivitäten hinnehmen muss, aufzuhalten. Es zahlt sich aus, mit dem eigenen Komposthaufen zu beginnen und den Müll zu reduzieren. Wenn jeder ein kleines Stück aufräumt, ist viel getan.

Der Grund, weshalb der Artenschutz im Hintergrund steht, liegt in der mangelnden Information. Wenige Bürger wissen, wie wichtig die Artenvielfalt für die Existenz der Menschheit, Tierwelt und Umwelt ist.