Weshalb der Klimawandel eine Gefahr darstellt

Experten zufolge stellt menschliches Verhalten das Resultat des Klimawandel und den daraus resultierenden negativen Folgen dar.

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Alle reden über den Klimawandel: Staaten, Politiker, Unternehmen und Bürger. Nicht nur die genannten Gruppen, sondern auch gemeinnützige Umweltorganisationen plädieren dafür, den Klimawandel zu stoppen. Doch wofür genau steht diese Bezeichnung? Im Grunde repräsentiert der Klimawandel die Erwärmung oder Abkühlung des Kimas auf unserem Planeten über einen längeren Zeitraum hinweg. Klimawandel ist gleich Temperaturerhöhung. Falsch. Eine große Mehrheit vertritt jedoch diese Auffassung. Das Klima stellt kein Synonym für das Wetter, welches Menschen jeden Tag anhand der Temperaturunterschiede spüren, dar. Des Weiteren handelt es sich beim Klimawandel keineswegs um ein neues, unbekanntes Phänomen. Änderung von wichtigen Faktoren wie Meeresströmungen, Niederschlag und Temperaturen repräsentieren den Klimawandel.

Der Klimawandel wird immer stärker
Der Klimawandel wird immer stärker

Zahlreiche Studien haben die genannten Veränderungen bestätigt. Zudem haben Klimaforscher ihre Beobachtungen nachgewiesen. Im Mittelpunkt der Betrachtung steht die schnell voranschreitende globale Erderwärmung. Experten zufolge stellt menschliches Verhalten das Resultat der Klimaveränderungen und den daraus resultierenden negativen Folgen dar. Darüber hinaus hat sich das Klima zwar seit jeher erwärmt, doch keineswegs schritt diese Entwicklung so rasant voran, wie nach dem Beginn des industriellen Zeitalters.

Der Klimawandel resultiert somit aus langfristigen Veränderungen des Klimas. Doch eine weitere Frage, die aus dieser Feststellung aufkommt, lautet: Weshalb warnen Experten vor den Folgen des Klimawandels? Weshalb stellt der Klimawandel eine Gefahr für das gesamte Ökosystem dar? Die Antwort auf die Frage lautet: Weil er keine theoretische Erfindung ist, sondern auf Messdaten und auf nachvollziehbaren Änderungen, die eine Gefahr für sämtliche Lebewesen und den Planeten Erde darstellen, beruht.

Alle Weltregionen sind von den negativen Folgen des Klimawandels betroffen. Es ist kein Geheimnis, dass die Polardecke schmilzt und der Meeresspiegel ansteigt. In bestimmten Gegenden häufen sich dadurch Niederschläge. Weitere extreme Änderungen des Wetters sind starke Hitzewellen und Dürreperioden. Dabei handelt es sich nicht um kurzzeitige Veränderungen, sondern um langfristige Resultate, die aus dem Klimawandel hervorgehen.

Gletscher und Polardecken schmelzen, da die globale Erderwärmung in einem rasanten Tempo voranschreitet. Die Ausdehnung des Wassers kommt ebenfalls aufgrund der Klimaerwärmung zustande. Anstieg des Meeresspiegels nennt sich das Ergebnis dieses Vorgangs. Was ist schon dabei? Wen betrifft das? Wenn niemand davon betroffen wäre und keine verheerenden Auswirkungen aus diesem Prozess resultieren würden, wäre der Meeresspiegelanstieg harmlos. Doch leider sieht es in der Realität anders aus: Der Anstieg des Meeresspiegels führt zu tödlichen Erdrutschen und fatalen Überschwemmungen an Küstenregionen und Niederungsgebieten. Lokale Bevölkerungen, die noch am wenigsten zu einem Meeresspiegelanstieg beitragen, spüren die Folgen am meisten. Ungerechterweise. Sie verlieren durch eine Erosion ihr Zuhause oder ihr Leben aufgrund von einer Überflutung.

Ausgeprägte Wetterereignisse sowie Änderungen der Niederschläge häufen sich aufgrund des Klimawandels. Nicht nur Überflutungen, sondern auch eine Verminderung der Qualität des Wassers wurde von Wissenschaftlern nachgewiesen. Zudem sinkt in zahlreichen Regionen die Verfügbarkeit des Wassers, obwohl der blaue Planet über eine große Wasserfläche verfügt.

Aufgrund der längerfristigen, globalen Klimaerwärmung leidet Süd- und Mitteleuropa unter häufigen Hitzewellen, andauernden Dürreperioden und regelmäßigen Waldbränden. Trockenheit wiederum dominiert im Mittelmeerraum: Dadurch steigt die Anfälligkeit für weitere Dürrezeiten und verheerende Waldbrände. Nordeuropa dagegen wird das Opfer eines noch feuchteren Klimas und verzeichnet regelrecht winterliche Überschwemmungen. In den Städteregionen, in welchen mittlerweile vier von fünf Menschen wohnen, dominieren ebenso unerträgliche, gesundheitsschädigende Hitzewellen, ein Meeresspiegelanstieg und Überflutungen. An diesen Klimawandel sowie an dessen Folgen können sich die Betroffenen jedoch nicht anpassen. Hitzewellen erträgt der menschliche Organismus nicht und bei Überschwemmungen verlieren sie ihr Zuhause.

Nicht nur Europa leidet unter dem Klimawandel, sondern auch die Entwicklungsländer. Sie sind sogar am meisten von der globalen Erderwärmung betroffen. Das liegt an der Abhängigkeit der Bevölkerung von ihrer natürlichen Umgebung. Außerdem haben die dortigen Bewohner keine Ressourcen, um die Veränderungen des Klimawandels zu bewältigen.

Hitzewellen, die der Klimawandel verursacht, erhöhen die Anzahl der frühzeitigen Todesfälle: Personen ab dem 50. Lebensjahr, Menschen mit einem hohen Blutdruck und Herzbeschwerden sowie Säuglinge und Kleinkinder erleiden häufiger einen Hitzetod. Überschwemmungen wiederum verbreiten vermehrt Krankheiten. Diese resultieren aus dem Meeresspiegelanstieg.

Neben den Gefahren für die menschliche Gesundheit entstehen auch wirtschaftliche und soziale Kosten aufgrund der globalen Erwärmung. Eigentum und Infrastruktur werden beschädigt. Diese Schäden sind jedoch nicht kostenlos. Stattdessen trägt sowohl die Gesellschaft als auch die Wirtschaft diesen Mehraufwand. 5,5 Millionen Menschen waren Opfer von Überschwemmungen zwischen 1980 und 2011. Die Kosten beliefen sich auf 90 Milliarden Euro. Doch schlimmer als diese finanziellen Aufwendungen sind die irreparablen Schäden wie Erdrutsche und Todesfälle. Die Energie-, Tourismus-, Land- und Forstwirtschaft hängt vom Klima ab. Sie kann den Klimawandel weder verkraften noch können sich die genannten Branchen an die Änderungen anpassen. Wie sollte die Tourismusbranche Menschen zu Urlauben am Meer ermutigen, wenn dort Überschwemmungen und Erdrutsche drohen? Ihnen vielleicht eine schnelle Hilfe mittels Helikoptereinsatz zusichern? – Undenkbar.

Nicht nur die Menschen, sondern auch die Tiere und Pflanzen sind nicht dazu in der Lage, sich an den Klimawandel anzupassen. Zahlreiche Süßwasserarten haben aufgrund der Erwärmung ihren ursprünglichen Standort gezwungenermaßen verlassen. Andere Tier- und Pflanzenarten sind verstärkt vom Aussterben bedroht, da die globale Durchschnittstemperatur permanent weiter ansteigt. (Quelle: ec.europa.eu)

Welche Faktoren bestimmen das Klima?

Das Klima auf dem blauen Planeten entsteht als Resultat einer simplen Energiebilanz: Die Erde strahlt eine gewisse Wärme in das All aus. Die Aufgabe des Alls besteht darin, diese auszugleichen. Falls der Kosmos dieser Tätigkeit nicht nachkommt, entsteht ein Ungleichgewicht. Daraus resultiert ein Klimawandel. Sofern das All eine höhere Menge an Sonnenstrahlung absorbiert als die Erde abstrahlt, erwärmt sich das Klima. Über einen längeren Zeitraum hinweg stellt sich eine Klimaerwärmung ein. Allerdings kommt der Klimawandel durch unterschiedliche Faktoren zusammen. Sowohl die Medien als auch Forscher fokussieren sich lediglich auf den Anstieg des CO2-Gehaltes. Jedoch handelt es sich dabei nur um die halbe Wahrheit. Der Klimawandel entsteht aufgrund von Änderungen in der Energiebilanz.

Drei Faktoren verursachen den Klimawandel

An erster Stelle variiert die zu absorbierende Sonnenstrahlung aufgrund von Veränderungen in der Umlaufbahn um die Sonne. Zweitens ändert sich der Anteil, der ins All zurückgespielt wird, ebenfalls von selbst. Albedo. So lautet der Fachbegriff für diese zweite Ursache des Klimawandels. Albedo hängt von vielerlei Faktoren wie der Helligkeit der Erdoberfläche ab. Verantwortlich für den Helligkeitsfaktor sind: Landnutzung, Verteilung der Kontinente und die Eisbedeckung. Drittens verändern Treibhausgase das Klima. Aus den drei Ursachen geht hervor, inwiefern der Mensch für den Klimawandel verantwortlich ist. Zudem wird deutlich, dass nicht nur der CO2-Anstieg einen Klimawandel verursacht.

Experten, die umfassende Untersuchungen in Bezug auf den Klimawandel getätigt haben, weisen darauf hin, dass es sich beim Klimasystem um eine hochsensible “Angelegenheit” handelt, die bei minimalen Änderungen maximale Folgen hat. Im Vergleich zum Menschen ist das Klima keineswegs ein Faultier, sondern ein wildes Tier, das stets und unberechenbar auf Änderungen reagiert. Es ändert sich insbesondere aufgrund des Treibhauseffektes. Stellt dieser Anstieg tatsächlich eine Tragödie dar? – Es kommt drauf an. Dank des Treibhauseffektes existieren Ökosysteme und Lebewesen, ansonsten wäre der blaue Planet zugefroren. Sonnenstrahlen treffen auf die Erde, Wolken sowie natürliche Gase absorbieren diese und strahlen diese teilweise auf die Erde zurück. Dadurch bleibt unser Planet warm. Kohlenstoffdioxid fungiert als bedeutendstes Treibhausgas. Über die letzten Jahrhunderte hinweg war der CO2-Wert konstant (CO2-Fußabdruck). Allerdings ist der Klimawandel das Ergebnis menschlichen Handelns. Das Industriezeitalter sowie die daraus resultierende Verbrennung von fossilen Energierohstoffen haben eine doppelt so hohe Menge an Kohlenstoffdioxid in die Atmosphäre befördert. Braunkohle, Erdöl und Steinkohle zählen zu den gern genutzten fossilen Energien. Hätte der Mensch diesen Nutzen nicht entdeckt, wäre der Treibhauseffekt vermutlich konstant geblieben. Mittlerweile ist der Kohlenstoffdioxid-Wert um 50 Prozent gestiegen, sofern er mit der stabilen Ziffer, die in all den Jahrtausenden davor dominierte, verglichen wird. Forschern zufolge ist die Kohlenstoffdioxid-Konzentration am höchsten. Der Klimawandel hat fatale Folgen – für den gesamten Planeten.

Der Klimawandel ist eine Klimakrise sowie ein Klimanotfall

Aufgrund der negativen Folgen, die sich aus dem Klimawandel ergeben, sprechen Experten mittlerweile stets von einer Klimakrise oder einem Klimanotfall. (Quelle: nature.com)

Die bereits dargestellten Folgen beweisen, weshalb Wissenschaftler von einer Klimakrise sprechen. Zum einen schreitet der Klimawandel viel zu schnell voran, zum anderen verursacht er “Katastrophen”.

Welche Folgen resultieren aus dem Klimawandel?

Der Gletscherschwund kommt durch den Klimawandel zustande. Da dieses Ökosystem bereits auf minimale Klimaänderungen reagiert, fungiert es desgleichen als Frühwarnsystem für eine globale Erwärmung. Zu den weiteren, negativen Folgen zählt ein Rückgang des arktischen Meer-Eises. Außerdem haben Wissenschaftler nachgewiesen, dass der Mensch für diesen Eisschwund verantwortlich ist. Neben Permafrostböden taut auch die Eisdecke der Antarktis auf. Eine schmelzende Eisdecke dient als Frühwarnsystem, wohingegen der ansteigende Meeresspiegel als Spätfolge bezeichnet wird. Doch der Klimawandel verursacht nicht nur einen Meeresspiegelanstieg, sondern auch eine Änderung der Meeresströmungen.  Ferner leiden Ökosysteme unter dem Klimawandel. Biologen prophezeien ein Aussterben von Pflanzen- und Tierarten. Damit geht ein Verlust der Biodiversität einher. Diese ist jedoch für jedes Ökosystem eine notwendige Bedingung, denn die Artenvielfalt sichert den Fortbestand des natürlichen Lebensraumes. Die genannten Folgen zeigen auf, dass der Klimawandel ernst genommen werden sollte. Zudem birgt der Klimawandel eine weitere, unterschätzte Gefahr: er verbreitet Krankheiten.

Der Klimawandel verbreitet gefährliche Krankheiten

Auch wenn die Auswirkungen auf die menschliche Gesundheit aufgrund des Klimawandels noch nicht ausreichend erforscht wurden, vertreten Experten die Auffassung, dass dennoch ein Zusammenhang existiert. Vor allem Insekten übernehmen in dieser Hinsicht die Hauptrolle. Malaria und Dengue-Fieber. Die beiden Krankheiten resultieren aus der Klimaerwärmung. Insekten profitieren vom Klimawandel, weil er ihre Ausbreitungsfähigkeit um ein Vielfaches steigert. Vagilität nennen Experten die erhöhte Vermehrung.

In Deutschland verursachte der Klimawandel einen Anstieg der Zeckenanzahl. Diese verbreiten die zwei gefährlichen Krankheiten: Frühsommer-Meningoenzephalitis (FSME) und Borreliose. Gegen die Erstere existiert eine Impfung, gegen die Letztere hingegen Antibiotika. Auch wenn die Medizin Arzneimittel gegen die genannten Krankheiten hervorgebracht hat, sind die Folgen von Borreliose trotz einer erfolgreichen Antibiotikabehandlung nicht zu unterschätzen. Borreliose und FSME fungieren als hervorragende Beispiele, weshalb sich ein sogenanntes Aufhalten des Klimawandels auszahlt – damit nicht noch mehr weitere Krankheiten die Gesundheit der Menschheit gefährden.

Krankheiten. Naturkatastrophen. Artensterben. Todesfälle. Zerstörung der Ökosysteme. Dabei handelt es sich nicht um Begriffe, sondern um Erlebnisse mit verheerenden Folgen. Diese haben hochrangige Führungspersonen sowie Politiker unterschiedlicher Staaten dazu motiviert, Maßnahmen zu ergreifen, die dem Klimawandel entgegenwirken. Doch zunächst ist es wichtig, die Frage zu klären, weshalb immer noch eine große Mehrheit kein Interesse daran hat, den Klimawandel aufzuhalten. Die Theorie der öffentlichen Güter dient als nachvollziehbare Erklärung.

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Das Klima ist ein öffentliches Gut

Was ist ein öffentliches Gut? – Nun, wie der Name schon vermuten lässt, handelt es sich bei öffentlichen Gütern um solche, die jeder konsumieren kann. Konsumausschluss? – Fehlanzeige. Nichtrivalität? – Definitiv. Daraus geht hervor, dass das Weltklima in diese Kategorie fällt. Die gesamte Menschheit ist von einem Klimawandel betroffen. Bei einem stabilen Klima hingegen hat jeder das Recht, dieses zu konsumieren. Es gilt das Prinzip der Nichtrivalität.  Darüber hinaus existieren keine Möglichkeiten, die es ermöglichen einen Staat sowie dessen Bewohner von einem Klimakonsum auszuschließen. Selbst wenn dieses Land als höchster CO2-Emittent aktiv ist.

Aus den genannten Darstellungen geht hervor, dass der Klimawandel jeden Einzelnen betrifft. Kontinente, Staaten, Unternehmen, Privathaushalte. Keiner kann sich seiner Verantwortung gegenüber dem Klima entziehen – und doch sieht es in der Realität anders aus. Wirtschaftswissenschaftler erklären die mangelnde Verantwortungsbereitschaft und die fehlende Handlungsmotivation mit dem Gefangenendilemma aus der Spieltheorie. Regierungen übernehmen bei dem Erklärungsansatz die Rolle der Spieler, welche ihren Nutzen ökonomisch maximieren wollen: Wenn kein Staat eine Anstrengung unternimmt, um den Klimawandel aufzuhalten, lohnt es sich für die anderen Regierungen auch nicht Aktivitäten einzuführen, welche die globale Erwärmung aufhalten. Schließlich trägt der agierende Staat allein die finanziellen Aufwendungen dafür, während die anderen Regierungen von der Klimabesserung profitieren, ohne einen Beitrag dazu zu leisten. Dasselbe gilt für ein Szenario, in welchem theoretisch alle Staaten einer globalen Erwärmung entgegenwirken. In diesem Fall ist es rational und lukrativer als Trittbrettfahrer von der verbesserten Qualität des Klimas zu profitieren, ohne eine Anstrengung zu unternehmen.

Ökonomen bezeichnen die dargestellte Situation, in welcher kein Staat, oder im Falle der Spieltheorie, kein Spieler einen Anreiz hat, den Klimawandel aufzuhalten, als Nash-Gleichgewicht. Keiner unternimmt etwas, weil es die anderen doch auch nicht machen. Wer will schon freiwillig der Dumme sein? Das Resultat nennt sich Marktversagen: Niemand engagiert sich für das öffentliche Gut, das sich Klima nennt. Wirtschaftlich ausgedrückt liegt die Nachfrage, die an der Zahlungsbereitschaft festgelegt wird bei null. Dieser Wert repräsentiert auch den Marktpreis. Deshalb existiert kein Angebot, obwohl es aus der kollektiven Perspektive eine Nachfrage nach einem stabilen Klima gibt. Schließlich profitieren alle von einem konstanten Klima.

Bei herkömmlichen, öffentlichen Gütern wie einer Straßenlaterne oder der Landesverteidigung funktioniert die Bereitstellung auf einer nationalen Ebene. Der Klimawandel hingegen stellt ein globales, grenzüberschreitendes Gut dar. Das Problem besteht darin, dass selbst die größten CO2-Emittenten den Klimawandel ohne die Aktivität der anderen Regierungen nicht aufhalten können. Darüber hinaus kann niemand einen souveränen Staat zu einer Kooperation zwingen. Deshalb erfolgte die Einführung von Handelssystemen: das Kyoto-Protokoll, welches einer intensiven Erläuterung bedarf.

Auf der Ebene der europäischen Union wurde ein System entwickelt, das die Verantwortlichen zu der Umsetzung der Bemühungen verpflichtet. Dabei nehmen anstatt der Länder die CO2-Emittenten teil. Die EU-Emissionshandelsrichtlinie legt dieses fest: Stahlwerke, Erdölraffinerien, Verbrennungsanlagen und Eisenwerke zählen dazu. Somit sind die Verursacher bei diesen Systemen sehr wohl dazu in der Lage, eine Reduktion ihrer CO2-Emissionen zu verwirklichen. Zudem haben die Akteure freie Wahl in Bezug auf ihr Vorgehen. Sie können umsatteln und eine Technologie nutzen, deren Kohlenstoffdioxid-Ausstoß geringer ist oder in CO2-Projekte wie Windkraft- oder Solaranlage investieren.

Eine weitere Alternative stellen Preislösungen dar. Sie haben sich in der Praxis jedoch nur bedingt als effektives Werkzeug für eine Reduktion des CO2-Ausstoßes erwiesen. Staaten wenden deshalb das Steuer-Prinzip an. Sie besteuern Unternehmen und deren Produkte, die einen hohen CO2-Ausstoß verursachen. Ökonomen bezeichnen diese Steuer als Pigou-Steuer. Doch bereits auf einer nationalen Ebene haben sich in der Praxis Schwierigkeiten ergeben. Sowohl die Festlegung der Bemessungsgrundlage als auch die Bestimmung der Steuerhöhe waren eine Herausforderung. Da das auf einer nationalen Ebene ein Problem ist, funktioniert die Steuer auf einer internationalen Ebene noch weniger. Schließlich dominiert ein Kooperationsproblem. Dennoch haben einige Staaten erkannt, dass der Klimawandel kein erfundenes Phänomen, sondern die bittere Realität darstellt. Aus diesem Grund haben sich Akteure zusammengefunden, die das berühmte Kyoto-Protokoll formuliert haben. (Quelle: juwiss.de)

Hat das Kyoto-Protokoll seinen Zweck als effektives Werkzeug gegen den Klimawandel erfüllt?

Beim Kyoto-Protokoll handelt es sich um eine Vereinbarung, welche die Vereinten Nationen geschlossen haben. Freiwillig. Sie taten dies, um den Klimawandel aufzuhalten. Es handelt es sich um das erste Abkommen, das völkerrechtlich verbindende Grenzwerte für die Emission von Treibhausgasen in den Industrienationen festlegt. Dabei handelt es sich um Treibhausgase, welche die größte Verantwortung für die globale Erwärmung tragen. Die Bezeichnung Kyoto-Protokoll resultiert daraus, dass sich die Akteure im Jahre 1997 in Kyoto, das in Japan liegt, trafen, um die Regeln festzulegen. Am 16. Februar 2005 trat die Vereinbarung in Kraft. Was verdeutlichen die beiden genannten Jahre? – Dass von der Vereinbarung bis zum Inkrafttreten ganze acht Jahre vergangen sind, nahezu ein Jahrzehnt. Viel zu viel für eine globale Herausforderung wie den Klimawandel. (Quelle: faszinationchemie.de)

Dennoch existiert am Ende des Tunnels stets ein Lichtblick: das Kyoto-Protokoll haben 192 Staaten ratifiziert. Allerdings haben sich zwei wichtige Staaten aus der Vereinbarung zurückgezogen: USA und Kanada. Staaten, welche das Abkommen weiterhin als bindend betrachten, haben sich dazu verpflichtet bis 2012 ihre Emission von sechs Treibhausgasen zu reduzieren: Um 52 Prozent jährlich. Als Basisjahr gilt 1990. Zu den Treibhausgasen, die das Kyoto-Protokoll reglementiert gehören:

  • Methan (CH4)
  • Kohlenstoffdioxid (CO2)
  • Distickstoffoxid (N2O)
  • teilhalogenierte Fluorkohlenwasserstoffe (H-FKW/HFCs)
  • perfluorierte Kohlenwasserstoffe (FKW/PFCs)
  • Schwefelhexafluorid (SF6)

Allerdings haben sich lediglich 38 Länder das Ziel gesetzt, eine Emissionsminderung zu verwirklichen. Schwellen- sowie Entwicklungsländer waren von dieser Verpflichtung befreit: China und Indien. Dadurch stieg die Treibhausgasemission bis 2012. Diese Tatsache ist darauf zurückzuführen, dass das Kyoto-Protokoll zwischen Industriestaaten, Entwicklungs- und Schwellenländern unterscheidet. Das Abkommen verfügt über einen Anhang B und definiert dort die sogenannten Annex-B-Staaten: 15-EU-Länder, USA, Australien, Japan und Russland. Zwei Voraussetzungen waren notwendig, damit die Vereinbarung in Kraft tritt: 55 Staaten sollten das Protokoll ratifizieren und zu gestehen, für 55 Prozent ihrer aus dem Jahre 1990 verursachten CO2-Ausstöße verantwortlich zu sein. 2002 war die erste Bedingung erfüllt, nachdem sich Island bereit erklärte, das Protokoll zu ratifizieren. Russland fungierte als Krönung der Vereinbarung, weil es im Jahre 2004 das Kyoto-Protokoll ratifiziert hatte: Es trat in Kraft. Die USA war der größte Emittent von Treibhausgasen, hatte das Protokoll 1998 unterschrieben, aber nicht ratifiziert und trat 2001 vollkommen aus der Vereinbarung aus. Die aktuelle Regierung verspricht in Bezug auf den Klimawandel, sich den Vorbildstaaten anzuschließen. Ob das tatsächlich zutrifft, wird sich zeigen.

Formal haben die Industriesaaten nach der ersten Verpflichtungsphase die vereinbarten Ziele erreicht. Sie hatten diese sogar weit übertroffen. Ihre Emissionen sanken im Jahre 2012 erheblich – im Vergleich zu 1990 um 20 Prozent. Deutschland hatte seine Emissionen sogar um 23,6 Prozent verglichen mit 1990 reduziert. Dennoch spielt ein wichtiger Kritikpunkt eine zentrale Rolle: ein effektiver Kampf gegen die Folgen des Klimawandels kann nicht gewonnen werden, wenn die Staaten, deren Treibhausgasemissionen am höchsten sind, das Abkommen nicht ratifizieren. Deshalb trägt das Nachfolgeabkommen der Vereinbarung von Kyoto dieser Bedingung Rechnung. Es nennt sich das Pariser Klimaabkommen von 2015. Darin verpflichten sich 195 UNFCC-Unterzeichner, die globale Erwärmung um unter zwei Grad zu reduzieren. Als Grundlage dient das vorindustrielle Zeitalter. (Quelle: bpb.de)

Stellt das Pariser Klimaabkommen eine sinnvolle Alternative zum Kyoto-Protokoll dar?

Ob das Pariser Klimaabkommen eine sinnvolle Erweiterung zum Kyoto-Protokoll darstellt, wird sich im Laufe der Zeit herausstellen. Es ist dennoch ein wichtiger Meilenstein im Kampf gegen den Klimawandel, weil es die größten Treibhausgas-Emittenten mit ins Boot nimmt und diese dazu verpflichtet, ihre Emissionen zu senken.

Der verbesserte Weltklimavertrag enthält somit wichtige Ziele: die Reduktion des Temperaturanstiegs um mindestens 1,5 Grad. Des Weiteren sollen die globalen Treibhausgasemissionen schnellstmöglich so weit wie möglich reduziert werden, ohne weiterhin anzusteigen. Außerdem sollen in diesem Jahrhundert, in der zweiten Hälfte die Treibhausgase, für die der Mensch verantwortlich ist, mithilfe von Senken in ein natürliches Gleichgewicht gebracht werden. Wie funktioniert das? – Theoretisch mit der Aufrechterhaltung von Meeren und Wäldern. Klimawissenschaftler vertreten die Auffassung, dass dadurch die Netto-Emissionen auf null fallen. Des Weiteren sollen wirtschaftlich schwächere Staaten von den Industriestaaten im Kampf gegen den Klimawandel unterstützt werden. Das geschieht durch die Investition von Solar- und Windkraftanlagen in Entwicklungsländern. Zudem erklärten sich die Industrieländer dazu bereit, zwischen 2020 und 2025 pro Jahr 100 Milliarden US-Dollar für finanziell schwache Staaten zur Verfügung zu stellen, damit diese die Klimaschutzpolitik in die Tat umsetzen. Denn dadurch mildern sie zum einen die negativen Folgen der globalen Erwärmung ab, zum anderen sind sie motiviert, dieses Ziel zu verwirklichen, weil ihnen die finanziellen Mittel zur Verfügung stehen.

Im Vergleich zum Kyoto-Protokoll, das wirklich ein Meilenstein in der Klimapolitik war, stellt das Pariser Klimaabkommen eine effektive Erweiterung dar. Auch der Hinweis mit den natürlichen Senken spielt eine wichtige Rolle. Meer und Wälder binden CO2. Sie senken somit den Anstieg der Treibhausgase auf eine natürliche Weise. Es reicht jedoch nicht dies lediglich in einem Klimaabkommen am Rande zu definieren. Stattdessen sind weitere Vereinbarungen, die sich auf die Wälder und die Meere fokussieren, erforderlich. Dabei sollte nicht nur die Verunreinigung der Ozeane geklärt werden, sondern auch der Schutz vor einer illegalen und schnellen Abholzung der Wälder. Eine nachhaltige Waldnutzung (Nachhaltigkeit) sowie der Schutz des tropischen Regenwaldes sollten als nächstes Abkommen folgen. Der Tropenwald spielt in dieser Hinsicht eine wichtige Rolle, weil er als Lunge der Erde agiert und riesige Mengen CO2 bindet. Im Kampf gegen den Klimawandel spielt er eine wichtige Rolle, dennoch wird die Lunge der Erde vernachlässigt und massenweise abgeholzt. Es existieren zwar Abkommen wie die FLEGT-Vereinbarung, die sicherstellen, dass Holzprodukte aus Vietnam aus einer legalen Erzeugung stammen, aber im Vergleich zu den anderen wichtigen Wäldern weltweit, handelt es sich dabei um einen kleinen Schritt. (Quelle: eur-lex.europa.eu)

Die Klimaabkommen stellen selbstverständlich einen wichtigen Meilenstein in der Klimapolitik dar. Dennoch darf die Rolle der Meere und Wälder nicht vernachlässigt werden. Aus einer theoretischen Perspektive wäre es für Staaten sogar einfacher Vereinbarungen zum Schutz der Meere und Wälder zu treffen, denn diese befinden sich innerhalb der Landesgrenzen, was beim Klima nicht der Fall ist. Die öffentlichen Güter Meer und Wald sollten jedoch mit der gleichen Priorität wie das globale, öffentliche Gut Klima behandelt werden, weil sie ein wichtiges Puzzleteil im Kampf gegen den Klimawandel darstellen.