Umweltmanagement: System ISO 14001, EMAS & das Studium

Umweltmanagement und ein Umweltmanagementsystem sind unabdingbare Bestandteile einer Firma, die in der heutigen Welt bestehen bleiben will.

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Umweltmanagement für Unternehmen
Umweltmanagement für Unternehmen

Unternehmen betrachten eine Finanz-, Vertriebs- und Personalabteilung als unverzichtbar für ihre Existenz. Größere Firmen fügen diesem Trio noch eine Marketingabteilung hinzu. Diejenigen, die weitergedacht haben, erweiterten ihre Fachkompetenzen, indem sie eine Umweltabteilung gründeten und Umweltexperten einstellten. Umweltmanagement. Dabei handelt es sich um eine Unternehmensabteilung, die sich einer wachsenden Popularität erfreut.

Definition Umweltmanagement

Wofür steht Umweltmanagement? Umweltmanager befassen sich mit den Umweltaspekten, die eine Firma tangieren. Risiken, die in einem Zusammenhang mit dem Umweltgeschehen entstehen, stehen dabei im Vordergrund. Systematisch unterteilt das Umweltmanagement sämtliche Aspekte der Umwelttätigkeiten in verschiedene Vorgehensmethoden und Betriebsstrukturen. Allerdings erfolgt zunächst eine Rücksprache mit Umweltingenieuren, Umweltökonomen und Umweltmanagern. Danach findet eine Formulierung von Leitlinien statt. Die anschließende Zielvereinbarung dient als treibender Motor für die Umsetzung und das Ergreifen der notwendigen Maßnahmen.

Umweltmanagementsysteme

In der Praxis dominieren verschiedene Umweltmanagementsysteme. Zu den beliebtesten in Deutschland gehören ISO 14001 und EMAS. (vgl. umweltbundesamt.de)

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ISO 14001 – eine aussagekräftige Umweltmanagementsystemnorm

Als globale Norm legt die ISO 14001 fest, welche Bedingungen ein Betrieb erfüllen muss, um seine Umweltbilanz zu verbessern. Diese Norm definiert sämtliche Verpflichtungen. Doch, was genau sind die zentralen Elemente der ISO 14001?

  • Planen: In dieser Anfangsphase erfolgt die Bestimmung von Zielen sowie den dazugehörigen Methoden.
  • Durchführen: Agieren statt Plädieren. In dieser Phase setzen die Verantwortlichen die Ziele um.
  • Überprüfen: Kontrollen sind wichtig, um den Erfolg zu überprüfen. Deshalb erfolgt nach der Umsetzung eine Überprüfung der Maßnahmen. 
  • Verbessern: Es erfolgt eine Anpassung der Maßnahmen sowie eine Verbesserung der Leitlinien.

Weshalb genießt die ISO 14001 eine große Popularität? Weil jedes Unternehmen diese Norm umsetzen kann; die kulturellen, ökologischen, geografischen und sozialen Gegebenheiten spielen keine Rolle. Sie verlangt jedoch auch keine bestimmten Leistungen und ist nahezu frei von Anforderungen. Aber: Unternehmen, die ähnliche Produkte oder Dienstleistungen anbieten, sich dennoch durch verschiedene Umweltleistungen auszeichnen, können trotzdem die Bedingungen der ISO 14001 erfüllen.

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EMAS – ein bewährtes Umweltmanagementsystem

Bei EMAS handelt es sich um ein europäisches Umweltmanagementsystem. Dieses hat sich in zahlreichen Firmen und Institutionen bewährt. Die Abkürzung steht für die englische Bezeichnung für die Verordnung der EU. Betriebe und Organisationen, erfüllen zusätzlich zu den Bedingungen der ISO 14001 weitere Indikatoren eines Betriebsumweltschutzes. Außerdem veröffentlichen sie darüber hinaus eine Umwelterklärung. Umweltgutachter*innen validieren diesen Bericht im Anschluss. Dank dieser Veröffentlichung entsteht viel mehr Transparenz.

Die spannende Frage, die jedoch im Zusammenhang mit ISO 14001 und EMAS fällt, lautet jedoch: Wie hängen die beiden Umweltmanagementsysteme zusammen?

Worin besteht ein Zusammenhang zwischen ISO 14001 und EMAS?

Auch wenn eine große Mehrheit die Auffassung vertritt, dass Umweltmanagementsysteme eine relativ neue Unternehmensabteilung darstellen, trifft das nicht zu. Bereits in den 1970er Jahren entwickelten Führungskräfte aus dem Qualitätsmanagement heraus das Umweltmanagement. Zehn Jahre später erfolgte die Festlegung von Normen. ISO 9000 ff. Diese repräsentieren Qualitätsmanagementsysteme, wohingegen die Ziffer 14001 für Umweltsysteme steht. Laut Experten fungiert EMAS als eine sinnvolle Erweiterung der ISO 14001.

Da die Aussagekraft sowie die Anforderungen der ISO 14001 für ein hochwertiges Umweltmanagementsystem nicht ausgereicht haben, erfolgte die Erweiterung sowie eine Einführung von EMAS. Auch wenn beide Umweltmanagementsysteme das Ziel verfolgen, Unternehmen zu einem nachhaltigen Handeln zu motivieren, existieren dennoch Unterschiede zwischen den Systemen.

Beim EMAS Umweltmanagementsystem durchläuft die Organisation eine Prüfung. Dieser Schritt ist hingegen bei ISO 14001 nicht erforderlich. Somit stehen Firmen, welche die erstere Zertifizierung nachweisen können, in den Augen von Experten als engagierter und umweltbewusster dar. EMAS zielt darauf ab, seine Umweltbilanz zu verbessern. ISO 14001 wiederum ist darauf erpicht, sein Managementsystem anzupassen.

Unternehmen, die ISO 14001 bevorzugen, machen regelmäßig Schulungen zu Umweltthemen. Bei EMAS erfolgt eine Einbindung der Mitarbeiter. Was besagt, dieser kleine, feine Unterschied? Die Art des Umweltmanagementsystems spielt eine wichtige Rolle für die drei Säulen der Nachhaltigkeit. Bei Schulungen agieren Unternehmensangehörige anders als bei einer aktiven Einbeziehung. EMAS kann somit besser einen positiven Beitrag zum Erhalt der Biodiversität leisten. Schulungen zeichnen sich durch eine geringere Motivation und Teilnahme der Mitarbeiter aus.

Bei ISO 14001 erfolgt eine Zertifizierung gemäß der Norm-Reihe. Bei EMAS hingegen verifiziert ein Umweltgutachter die Umsetzung der Vorgaben. EMAS punktet zudem mit seinem einheitlichen Logo, wohingegen bei ISO 14001 kein Siegel existiert. ISO 14001 verfügt im Vergleich zu EMAS nicht über ein öffentliches Verzeichnis. (vgl. emas.de)

Aus dem Vergleich geht hervor, dass EMAS als “Besseres” Umweltmanagementsystem hervorgeht. Dennoch ist die Rolle von ISO 14001 nicht zu vernachlässigen, denn auch dieses Umweltmanagementsystem fungiert als Beweis für die Motivation der Unternehmen, aktiven Umweltschutz zu betreiben und der Umweltverschmutzung den Kampf anzusagen. Denn sowohl eine Zertifizierung nach ISO 14001 als auch eine nach EMAS erzielt für das Unternehmen einen Nutzen. Deshalb erfolgt eine ausführliche Darstellung der Vorteile von ISO 14001 Umweltmanagementsysteme.

Vorteile der Zertifizierung nach ISO 14001

1 – Verbesserung des Umweltschutzes

Auch wenn Umweltexperten EMAS bevorzugen, dürfen sie die Bedeutung von ISO 14001 keineswegs vernachlässigen. Denn die Implementierung von ISO 14001 steht für eine schrittweise Anpassung und Optimierung an den Umweltschutz. Des Weiteren erfolgen regelmäßige Überwachungsaudits. Dieser Prozess steht für einen wunderbaren Anfang. (vgl. dgs.de)

Lohnt es sich dann nicht mit ISO 14001 zu starten? Das ist eine rhetorische Frage. Natürlich lohnt sich Zertifizierung nach ISO 14001. Und Betriebe, die sich für dieses Umweltmanagementsystem entscheiden, stehen besser da als Firmen, die sich für kein Umweltmanagementsystem entschließen.

2 – Weltweit bekannter Nachweis

ISO 14001 erfreut sich einer internationalen Bekanntheit. Sie repräsentiert verantwortungs- und umweltbewusste Aktivitäten. Dadurch genießen Geschäftspartner und Käufer eine Transparenz.

3 – Vertrauen stärken

In der freien Wirtschaft stehen Unternehmen, die Umweltschutz und Wirtschaftswachstum geschickt miteinander vereinen besser da als ihre Wettbewerber. Besseres Unternehmensimage. Erhöhter Vertrauensvorschuss. Ja, diese beiden Details sind umsatzfördernd.

4 – Risiken und Chancen systematisch abwägen

Unternehmen, die ein Umweltmanagementsystem wie die Zertifizierung nach ISO 14001 in ihre Prozesse integrieren, erschließen neue Tätigkeitsfelder für den Umweltschutz. Zudem betrachten sie Risiken und Chancen systematisch. Darüber hinaus evaluieren sie ihre aktuellen Maßnahmen objektiv. Dieser Prozess ermöglicht eine regelmäßige Verbesserung.

5 – Wettbewerbsfähigkeit stärken

Jedes Unternehmen, welches die Zertifizierung nachweisen kann, hebt sich von den Konkurrenzunternehmen, die noch nicht zertifiziert sind, ab. Denn Marketingabteilungen weisen nicht umsonst darauf hin, sich an die äußeren Bedingungen anzupassen.

6 – Umweltrisiken reduzieren, von Rechtssicherheit profitieren

Unternehmen, welche das Umweltmanagementsystem ISO 14001 auch tatsächlich leben, reduzieren die Anzahl der Umweltrisiken. Dadurch vermeiden sie finanzielle Strafen. Zudem erhöhen sie ihre Rechtssicherheit in Bezug auf den Umweltschutz im Betrieb.

Aus den sechs Vorteilen geht hervor, dass dieses Umweltmanagementsystem einen guten Anfang für Betriebe, die den Umweltschutz in ihre Aktivitäten integrieren wollen, darstellt. Ferner stehen Unternehmen überhaupt nicht mehr vor der Entscheidung, ob sie ein Umweltmanagementsystem nutzen oder nicht. Stattdessen lautet die Frage: Welches Umweltmanagementsystem passt am besten zur jeweiligen Organisation. Sofern ISO 14001 zu der jeweiligen Unternehmensphilosophie passt, spricht nichts gegen dessen Anwendung; auch wenn EMAS in den Augen der Experten die bessere Wahl darstellt.

Betriebe müssen Umweltmanagementsysteme in ihre Prozesse einbeziehen, denn nur so können sie in der Welt der freien, harten Wirtschaft bestehen bleiben. Darwin erklärte in seiner Evolutionstheorie, dass nur diejenigen überleben, die sich an die äußeren Bedingungen anpassen. Natürliche Selektion. Das trifft auf Unternehmen gleichermaßen wie auf Lebewesen zu. Es überleben nicht die stärksten, größten oder einflussreichsten Firmen und Institutionen, sondern die, die in der Lage sind, sich an die äußeren Umstände anzupassen.

Nicht nur die Politik entscheidet, wie Unternehmen zu handeln haben. Verbraucher auch. Sam Walton brachte es auf den Punkt als er sagte:

Der einzige Vorgesetzte ist der Kunde. Er kann jeden feuern, vom Vorstand bis zum Angestellten. Wenn seine Bedürfnisse nicht erfüllt sind, wechselt er zur Konkurrenz.

Es lohnt sich, kurz innezuhalten und über diese These nachzudenken. Immerhin war Sam Walton ein erfolgreicher US-amerikanischer Unternehmer, der zu den reichsten Männern weltweit aufstieg. Sein Einzelhandelsunternehmen namens Wal-Mart genießt weiterhin ein hohes Ansehen. (vgl. whoswho.de)

Was genau hat die kluge Aussage von Sam Walton mit Umweltmanagementsystemen zu tun? Viel. Denn sowohl Verbraucher als auch Geschäftspartner von Unternehmen informieren sich darüber, ob ihr auserwählter Betrieb die Faktoren Nachhaltigkeit, Umweltschutz, keine Kinderarbeit oder den Erhalt der Biodiversität berücksichtigt. Daraus geht hervor, dass diejenigen, die sich nicht an die Bedürfnisse ihrer Partner und Kunden anpassen, den Kampf in der freien Wirtschaft nicht gewinnen werden – so wie eine Spezies ausstirbt, sofern sie die veränderte Umwelt ignoriert.

Somit ist ein Umweltmanagementsystem in der heutigen Zeit und aufgrund des Klimawandels sowie aufgrund der Bedeutung des ökologischen und des CO2-Fußabdrucks unabdingbar. Und auch die Integration der Anforderungen des ISO 14001 stellen einen wichtigen Schritt dar. Selbst wenn in einem Vergleich EMAS als Umweltmanagementsystem überwiegt.

Umweltmanagement nach ISO 14001 und EMAS
Umweltmanagement nach ISO 14001 und EMAS

So weit, so gut. Wie läuft nun eine praxisorientierte Umsetzung eines Umweltmanagementsystems?

  • Ist-Aufnahme
    • Das Unternehmen und seine Abteilungen intensiv inspizieren. Wie könnte das aussehen, in der Praxis? Na ja, durch die Fachabteilungen langsam spazieren und diese mit den wissbegierigen Augen eines Kindes, das gerade die Welt zu verstehen beginnt, betrachten
    • Sich einen groben Überblick in das Umweltmanagementsystem 14001 verschaffen
    • Sämtliche Umweltaspekte des Unternehmens ermitteln und kritisch analysieren
    • Berichte, die vorhanden sind, überprüfen
  • Ist-Analyse
    • Den Ist-Zustand analysieren und schriftlich dokumentieren. Mit einer Präsentation darstellen
    • Bestimmen, an welchen Stellen des Unternehmens eine Anwendung des Umweltmanagements möglich wäre
    • Die Normforderungen sowie die Aufgaben, welche die einzelnen Abteilungen umsetzen sollten, aufzeigen.
  • Sicherstellung der Normkonformität
    • Eine Dokumentation über das Umweltmanagement des Unternehmens erstellen
    • Die Verantwortlichkeiten der einzelnen Abteilungen und Mitarbeiter bestimmen
    • Geforderte Umweltkennzahlen berechnen und überprüfen
    • Das Umweltmanagementsystem systematisch aufbauen sowie den Fortschritt dokumentieren
    • Eine Mitarbeiterschulung durchführen
    • Auf die bevorstehende Zertifizierung vorbereiten
  • Umweltmanagementsystem-Zertifizierung
    • Während des gesamten Zertifizierungsprozesses das Unternehmen begleiten

Aus der Umsetzung geht hervor, dass ein Faktor über den Erfolg eines Umweltmanagements entscheidet. Er nennt sich Wille. Motivation vielleicht auch. Aber die größte Hürde liegt in der Akzeptanz der Führungskräfte, etwas zugunsten der Umwelt unternehmen zu wollen. Wenn diese nicht als Leader agieren, sondern als Bosse, die lediglich Befehle erteilen, sieht es mit der Umsetzung eines Umweltmanagementsystems nicht gut aus. Stattdessen können Unternehmensangehörige davon ausgehen, dass ihnen – früher oder später – die Insolvenz an die Tür klopft.

Was ebenfalls als böse Überraschung agiert, ist eine staatliche Umweltauflage. Unternehmen, die kein Umweltmanagementsystem integrieren, müssen, sobald staatliche Auflagen vorliegen, eine Umstrukturierung vornehmen. Diese ist in der Regel mit einem hohen Kosten- und Zeitaufwand verbunden.

Dasselbe trifft beispielsweise auch auf Organisationen zu, welche die Digitalisierung verpasst haben. Ihnen droht nicht, sondern ihnen steht der Untergang bevor. Das gilt übrigens auch für Unternehmen, welche sich nicht an die Bedürfnisse der Umwelt anpassen. Für diese wird die Umgebung zum Risiko. Für die aufmerksamen Organisationen hingegen fungiert die Umwelt als Chance. Aber nicht nur Firmen, welche die Bedeutung von Umweltmanagementsystemen vernachlässigen droht der Untergang, sondern auch der Biodiversität, dem Klima und natürlich auch der Menschheit. Es ist seit Langem kein Geheimnis mehr, dass Unternehmen die Treibhausgase erhöhen. Künstlich. Schnell. Täglich.

Dadurch verursachen sie jedoch negative externe Effekte. Hört sich in der Theorie harmlos an, in der Praxis jedoch sind negative Externalitäten im wahrsten Sinne des Wortes eine Katastrophe oder Tragödie. Doch, was verstehen Ökonomen unter negativen externen Effekten?

Kann ein Umweltmanagementsystem negative externe Effekte verhindern?

Bei externen Effekten handelt es sich um Kosten, welche Firmen verursachen, jedoch nicht bezahlen. Weit oben steht dabei die Umweltbelastung. Deshalb greift dabei die Politik in das Geschehen ein. Als Beispiel dient eine Fabrik, die Treibhausgase in die Atmosphäre ausscheidet. Die Kosten für eine saubere Luft entstehen nicht nur am Ort des Geschehens, sondern weltweit. Meistens kommt für diese niemand auf, zumindest nicht finanziell. Erhöhte CO2-Ausstöße tragen zu der Klimaerwärmung bei. Diese ist teuer. Sofern Überschwemmungen entstehen, zahlen ansässige Bewohner schlimmstenfalls mit ihrem Leben. Die Sachschäden, welche ebenfalls daraus resultieren, sind hier nicht mitberechnet. Ein Umweltmanagementsystem könnte die Kosten und die resultierenden Umweltkatastrophen verhindern. Doch dafür müssten alle einheitlich und zugunsten der Umwelt – in einem Einklang mit der Wirtschaft – handeln.

Laut des Umweltbundesamtes beliefen sich Umweltkosten, welche aufgrund der erhöhten Treibhausgasemissionen entstanden sind, auf eine Ziffer in Höhe von 164 Milliarden Euro. Allerdings hatte der Stern-Report aus dem Jahre 2006 veröffentlicht, dass die globalen Klimakosten ein Fünftel der weltweiten Wirtschaftsleistung ausmachen. Moment! Wie haben die Verantwortlichen diese Kosten berechnet? Das Umweltbundesamt nutzte Kostensätze von externen Kosten. Dabei haben Umweltexperten Ereignisse in Zahlen verwandelt. Welche Geschehen? Tätigkeiten, die den Klimawandel verursachen und beschleunigen. Darunter berechneten sie den Wert beziehungsweise den Verlust, der durch Ernteausfälle entsteht. Auch Schäden an Häusern sowie den Ökosystemen flossen in die Berechnung.

180 Euro. So teuer ist eine Tonne CO2-Emissionen. Wer diese Ziffer mit 909 Millionen Tonnen multipliziert, erhält die Ziffer der Umweltkosten. Hoch, oder?

Das Verursacherprinzip samt eines guten Umweltmanagementsystems als Lösung nutzen

Aus dem vorherigen Abschnitt geht hervor, dass externe Umweltkosten – oder auch Gesellschaftskosten – alles, bloß kein von der Mehrheit gewollter Zustand sind. Des Weiteren fördern sie – zu allem Überfluss – einen ungleichen Konkurrenzkampf in der freien Wirtschaft. Denn Firmen, die Umweltkosten verursachen, aber nicht decken, weisen einen erheblichen Vorteil gegenüber Wettbewerbern auf, die ihre Umweltkosten selbst bezahlen. Zu den weiteren Nachteilen gehören:

  • Firmen, welche Umweltverschmutzung verursachen oder zum Klimawandel beitragen, leiden an Demotivation. Sie wollen ihre Umweltbelastung nicht reduzieren.
  • Außerdem punkten sie mit Billigprodukten, was Verbrauchern falsche Anreize liefert.
  • Es kommt zu einer Wettbewerbsverzerrung. Umweltfreundliche Erzeugnisse setzen sich nicht gegen die Konkurrenz durch, da sie teurer sind. Schließlich enthalten sie in ihrem Preis auch die verursachten Umweltkosten. 
  • Konsumenten verfügen nicht über ausreichend Informationen, um sich für das richtige Produkt zu entscheiden.

Die Nachteile klingen nach Problemen, welche vor Unlösbarkeit strotzen. Dem ist nicht so. Denn die Einstellung zum Umweltproblem ist der Schlüssel zum Erfolg – oder Misserfolg.

Die Lösung ist sogar ganz einfach: Firmen mit den verursachten Umweltkosten, die negative externe Effekte begünstigen, belasten. Denn solche Betriebe geben die Kosten einfach an ihre Verbraucher weiter. Umweltkosten spiegeln sich im Verkaufspreis wider. Dadurch erkennen Käufer, welches Erzeugnis für die Ökosysteme günstiger ist.

Wenn sich die Kosten der Umweltverschmutzung sowie Umweltschäden in den Strom-, Transport- oder Fahrzeugpreisen niederschlagen, zahlen Kunden einen höheren Preis für fossile Energien als für erneuerbare Energienutzung. Ökostrom ist dann nicht nur Öko, sondern auch billiger. Der günstige Pauschalurlaub im Ausland ist dann wesentlich teurer als ein Urlaub in der Heimat.

Umweltmanagementsysteme könnten das Problem der Gesellschaftskosten lösen. Oder zumindest reduzieren. Denn eins ist sicher: Ohne ein geeignetes Umweltmanagementsystem verursacht jedes Unternehmen negative externe Effekte samt Umweltkosten. Wenn es nur Kosten wären, wäre es vermutlich weniger schlimm. Doch leider handelt es sich bei den Externalitäten um Umweltkatastrophen.

Schwere Unwetter als Resultat nicht vorhandener Umweltmanagementsysteme

Flutkatastrophen in Deutschland. Juli 2021. Schwere Unwetter zerstören Häuser. Sie nehmen Menschen ihre Existenzgrundlage. Manchen Menschen auch das Wertvollste, was sie haben: ihr Leben. Die nachfolgenden Bilder zeigen auf, wie sich der Klimawandel auf unser Leben niederschlägt. Privathaushalte und Unternehmen gleichermaßen. Deshalb sind Umweltmanagementsysteme kein Luxus, sondern ein Muss. (vgl. dw.com)

Unter der Unwetterkatastrophe haben insbesondere die Bundesländer Nordrhein-Westfalen, Sachsen, Thüringen und Reinland-Pfalz gelitten. Überschwemmungen haben den Alltag der Bewohner durcheinandergebracht. Doch die große Frage lautet: Was kann getan werden, um derartige Umweltkatastrophen zu verhindern? Ist das überhaupt möglich? Ja, denn in der Medizin dominiert das Sprichwort: “Vorbeugen ist besser als heilen.” Umweltexperten vertreten die Auffassung, dass die Einführung geeigneter Umweltmanagementsysteme – zumindest für die Zukunft – hilfreich ist. Nicht umsonst haben sich in den letzten Jahren zahlreiche Studiengänge mit Umweltmanagement als Fach etabliert. Sowohl Vollzeitstudiengänge als auch Fernlehrgänge.

Umweltmanagement für Unternehmen
Umweltmanagement für Unternehmen

Umweltmanagement – Studiengänge

Indigene Völker wussten etwas, was die Bürger der Industrienationen dank der Umweltkatastrophen und der globalen Erwärmung noch lernen mussten: Das Leben auf dem blauen Planeten erfordert einen respektvollen Umgang mit der Natur. Das haben auch Wirtschaftswissenschaftler der Industrienationen mittlerweile erkannt und werben sowohl bei Studenten als auch bei Erwachsenen, die mit beiden Beinen fest im Berufsleben stehen, mit den Studienfächern: Umweltökonomie, Umweltmanagement, Umweltpolitik oder Umweltingenieurwesen.

Studieninhalte – Umweltmanagement

Neben Umweltschutz lernen Studenten im Studiengang Umweltmanagement wie sie ein Ressourcenmanagement in Unternehmen, bei Behörden und in Institutionen durchführen. Sie lernen die Gesetze des Umweltschutzes kennen. Zudem vermittelt der Studiengang Umweltmanagement, wie effiziente Abläufe aus umwelttechnischer Sicht zu gestalten sind. Deshalb gliedert sich der Studiengang Umweltmanagement in:

  • Umweltrecht
  • Umweltpolitik
  • Betriebswirtschaft
  • Umweltmarketing
  • Projektmanagement

Des Weiteren unterliegt das Umweltmanagement den Umweltmanagementnormen sowie dem Umweltmanagementsystem. Darunter fallen Prozesse und Qualitätsrichtlinien. Ferner eignen sich Studenten Grundkenntnisse der Öffentlichkeitsarbeit an. Auch die Landschaftsanalyse zählt zu den Themenschwerpunkten. (vgl. studycheck.de)

Ambitionierte Personen, welche die drei Säulen der Nachhaltigkeit miteinander vereinen möchten, sowie zu der Entwicklung von Circular Economy beitragen möchten, können an den nachfolgenden Universitäten, Hochschulen oder Fernakademien Umweltmanagement studieren:

  • Geprüfte(r) Umweltschutz- und Klimamanagerin*in an der Fernakademie für Erwachsenenbildung
  • Hochschule Bremerhaven: Studiengang nachhaltige Energie- und Umwelttechnologien
  • Uni Koblenz, Fernstudium: Angewandte Umweltwissenschaften
  • Uni Gießen: Umweltmanagement
  • Friedrich-Schiller-Universität in Jena: Umwelt- und Georessourcenmanagement
  • Christian-Albrechts-Universität zu Kiel: Environmental Management, Environmental and Ressource Economics
  • Hochschule Rhein-Waal: Qualität, Sicherheit, Umwelt und Hygiene
  • Hochschule Mittweida: Energie- und Umweltmanagement
  • Hochschule Pforzheim: Gestaltung, Wirtschaft, Technik und Recht
  • Hochschule Zittau / Görlitz: Integriertes Management (Qualität, Umwelt, Energie, Arbeitsschutz)
  • Brandenburgische Technische Universität zu Cottbus-Senftenberg: Environmental Ressource Management
  • Technische Universität Chemnitz: Advanced Manufacturing
  • Technische Hochschule Bingen: Regenerative Energiewirtschaft und Versorgungstechnik
  • Hochschule für Wirtschaft und Recht Berlin: Nachhaltigkeits- und Qualitätsmanagement
  • Universität Hohenheim: Nachwachsende Rohstoffe und Bioenergie
  • Uni Lüneburg: Umweltwissenschaften
  • Hochschule Heidelberg: Umwelt und Wasser

Die lange Liste der Studiengänge verdeutlicht, dass die Wichtigkeit eines Umweltmanagementsystems in einem Unternehmen mittlerweile in der Gesellschaft angekommen ist. Weshalb sollte sonst dieses Fach ein dermaßen breites Angebot genießen?

Eine mangelnde Beachtung der Umwelt war teilweise schuld an dem respektlosen und ineffizienten Umgang mit den Ressourcen und den Ökosystemen. Da diese Thematik jedoch mittlerweile zum breiten Bildungsangebot in Deutschland gehört, können Unternehmen und Privathaushalte darauf hoffen, dass Umweltkatastrophen seltener auftreten. Auch wenn es bis dahin noch ein weiter Weg ist, rentiert es sich, diesen zu gehen.

Fazit zum Thema Umweltmanagementsystem

Die globale Klimaerwärmung, die Umweltverschmutzung, der Verlust der Biodiversität, Greenwashing oder Fast Fashion fungieren als Beweis für eine Wirtschaft, die einer Änderung bedarf. Umweltmanagementsysteme agieren als willkommenes Hilfsmittel, denn ohne Unternehmen, Organisationen, Institutionen, Stiftungen etc. funktioniert mittlerweile kein geregelter Alltag auf dem Blauen Planeten. Privathaushalte und Unternehmen sind voneinander abhängig. Es existiert eine Symbiose zwischen den beiden Komponenten.

Keineswegs besteht das Ziel darin, die Wirtschaft als verantwortlichen Sündenbock auszulöschen. Stattdessen fordern Experten eine Änderung der Sichtweise. Degrowth. Suffizienz. Urban Gardening. Kreislaufwirtschaft. Und Umweltmanagementsysteme. Sie dienen als Wegweiser in eine Wirtschaft, welche die Umwelt effizient nutzt und weniger – bestenfalls keineswegs – ausbeutet.

Unternehmen handeln des Öfteren gegen anstatt in einem Einklang mit der Wirtschaft, weil es ihnen an Experten mangelt. Deshalb sind Umweltmanagementsysteme ein unabdingbarer Bestandteil einer Firma, die in der heutigen Welt bestehen bleiben will. Das Problem liegt weniger am Umsetzungswillen der Unternehmen, sondern an den fehlenden Fachkräften. Deshalb sollten Unternehmen in Zukunft ein Umweltmanagementsystem als notwendiges Werkzeug für ihren Erfolg betrachten.

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