Was ist Recycling? Definition, Beispiele und Erklärung

Das Recycling sollte beim Erhalt der Biodiversität und der Ökosysteme im Mittelpunkt der Betrachtung stehen und keine Nebenrolle spielen.

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Recycling von Plastikflaschen
Recycling von Plastikflaschen

Recycling. Bei diesem Substantiv handelt es sich nicht nur um einen Begriff, sondern um notwendiges Gut. Fälschlicherweise vertritt eine große Mehrheit die Auffassung, dass Recycling ein freiwilliges Übel darstellt; sowohl Privathaushalte als auch Unternehmen sind dieser Meinung. Leider. Denn die Realität sieht anders aus. Darüber hinaus wissen die wenigsten Menschen, wofür Recycling steht. Demzufolge kennen sie auch nicht die unterschiedlichen Möglichkeiten des Recyclings. Dieser Artikel klärt über die Maßnahme, welche die Biodiversität schützt, Umweltverschmutzung reduziert, die Nachfrage nach Fast Fashion verringert, den ökologischen und den CO2-Fußabdruck verkleinert, Circular Economy unterstützt, nachhaltiges Wirtschaften fördert, den Klimawandel verlangsamt und zum Umweltschutz einen wichtigen Beitrag leistet, ausführlich auf.

Wofür steht Recycling?

Produkte oder Wertstoffe können wiederverwendet werden. Sie werden nach der Nutzung für ihren ursprünglichen Zweck erneut eingesetzt. Dadurch hat das Ursprungsprodukt eine geringe Veränderung durchlaufen. Beim Recycling kommen Wertstoffe, die theoretisch für den Müll gedacht waren, zum Einsatz. In der Regel verwenden Hersteller ein Schmelzverfahren, um das Ursprungsprodukt für ein neues Produkt zu modifizieren. Zu den klassischen Beispielen zählen Lebensmittelverpackungen, Plastikflaschen sowie Aluminiumdosen. (vgl. https://www.terracycle.com/de-DE/pages/recycling-begriffe-und-definitionen)

Warum sich Recycling auszahlt

Die Konsumbedürfnisse der Menschen sowie die Herstellungen von Produkten steigen stets an. Wer dafür verantwortlich ist, sei dahingestellt. Privathaushalte? Großkonzerne? Kleinunternehmer? Das spielt eine untergeordnete Rolle, denn die Anzahl von Produkten und Abfällen steigt in einem rasanten Tempo an. Verheerend. Für Mensch, Tier und Umwelt. Warum? Ganz einfach: Weil die Erdoberfläche nicht größer wird. Auch künstlich hergestellte Inseln lösen das Problem nicht. Im Gegenteil: Sie verschlimmern nahezu alles und tragen zu einer Umweltverschmutzung der Weltmeere bei.

Künstlich hergestellte Inseln verdeutlichen, dass Recycling als wichtiges Umweltinstrument für den Erhalt der erneuerbaren und nicht erneuerbaren Rohstoffe dient: Denn so langsam reicht die Größe der Erdoberfläche für die Anzahl der Menschen offensichtlich nicht mehr aus. Auch das Klima profitiert von einer gut durchdachten Wertstoffwiederverwertung. Recycling fungiert als notwendige Bedingung für ein zukunftsfähiges Miteinander; insbesondere die drei Säulen der Nachhaltigkeit profitieren von einer derartigen Vorgehensweise. Abfallwirtschaft dient hin und wieder als Synonym für den Begriff Recycling. Außerdem stellt die Wiederverwertung ein unverzichtbares Mittel für die Verwirklichung der Kreislaufwirtschaft dar. (vgl. https://www.iswa.uni-stuttgart.de/afw/)

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Welche Materialien sind recycelbar?

Die nachfolgende Liste veranschaulicht, welche Materialien beim Recycling zum Einsatz kommen.

  • Bei PET handelt es sich um Plastikflaschen für Wasser und Limonadengetränke.
  • HDPE stellt hingegen eine Plastikvariante dar, die sich durch einen höheren Schmelzpunkt als PET auszeichnet. Flaschen für Reinigungsmittel bestehen in der Regel aus diesem, etwas robusterem Material.
  • PVC kommt bei hochwertigen und modernen, sanitären Anlagen zum Einsatz: insbesondere für Wasserrohre.
  • LDPE schmilzt schnell. Die Industrie nutzt diesen Wertstoff, um Plastiktüten oder Stretchfolien zu produzieren.
  • Bei PP handelt es um eine Plastikvariante, die auch unter hohen Temperaturen schwer und langsam schmilzt. Vorratsbehälter oder Flaschendeckel bestehen aus dieser Plastikart. 
  • Styropor, Plastikgeschirr sowie Joghurtbecher bestehen aus der Plastiksorte PS.

Glas recyceln statt entsorgen

Glas fällt ebenfalls in die Kategorie recycelbares Material. Es ist in der Regel transparent und stabil. Daneben fungiert es als Material für Dekorationszwecke oder praktische Nutzungsmöglichkeiten. Charakteristisch für dieses wiederverwertbare Material sind die drei Farben: braun, weiß und grün.

Papier wiederverwerten und Umwelt schützen

Aus erneuerbaren Rohstoffen besteht Papier. Pflanzlich und wiederverwertbar, deshalb erfreut es sich einer großen Beliebtheit. Allerdings können Hersteller dieses Material nur unter bestimmten Voraussetzungen recyceln. Nässe, Essensreste sowie eine bereits mehrfache Nutzung erlauben kein weiteres Recycling. Zudem existieren unterschiedliche Papierkategorien, die für die Produktion wiederverwertbarer Erzeugnisse infrage kommen: Zeitungspapier, Karton, weißes Druckpapier.

Elektroschrott, Textilien und Batterien sind wiederverwertbar

Bei Elektronikgeräten bauen Hersteller diese auseinander. Im Anschluss nutzen sie Komponenten für anderweitige, neue Geräte. Textilien wiederum stellen Gewebestoffe von Kleidung und Schmuck dar. Auch sie lassen sich hervorragend recyceln. Batterien dürfen keineswegs im Hausmüll entsorgt werden, aus einem bestimmten Grund: Sie können analog zu Glas recycelt werden, obwohl sie aus chemischen und elektronischen Bestandteilen bestehen.

Metalle stark und dennoch wiederverwertbar

Das Metall, welches am häufigsten auf dem blauen Planeten verwendet wird, nennt sich Aluminium. Es besticht mit seinen Eigenschaften, die für viele Erzeugnisse und Verpackungen von hoher Bedeutung sind. Weil es ein äußerst beliebtes Metall ist, stellt dessen Recycling eine notwendige Bedingung für den Umweltschutz dar. 

Für langlebige Produkte sowie tragende Gegenstände erfreut sich Stahl einer großen Beliebtheit. Die Automobilindustrie verlässt sich seit jeher auf diese Metallart. Tragendes Gebälk besteht übrigens auch aus Stahl.

Welches Metall zeichnet sich durch eine hervorragende elektrische sowie thermische Leitfähigkeit aus? Kupfer. Deshalb ist es aus elektrischen und elektronischen Objekten nicht mehr wegzudenken. Zudem lässt es sich wunderbar wiederverwerten. (vgl. https://www.terracycle.com/de-DE/pages/recycling-begriffe-und-definitionen)

Einst hat eine große Mehrheit Gegenstände, die recycelt wurden als veraltet, verwendet und als Objekte zweiter Klasse betrachtet. Dabei haben Produzenten das Ursprungsprodukt minimal verändert, ehe sie es recycelt haben. In diese Kategorie fallen nahezu sämtliche Gegenstände wie Gebrauchtwagen, Second-Hand-Textilien oder Schuhe.

Unternehmen und Privathaushalte, welche stets neue, ungebrauchte Gegenstände präferieren, vergessen, dass sie mit einem recycelten Produkt einen Beitrag zum Umweltschutz leisten. Sie vergessen auch, dass sie mit einem Kauf von gebrauchten Produkten den CO2-Anstieg (siehe auch CO2-Fußabdruck) verlangsamen.

Upcycling zum Kunstwerk
Upcycling zum Kunstwerk

Recycling, Upcycling oder Downcycling?

Mit dem Begriff Recycling kann nahezu jedermann etwas anfangen. Doch die wenigsten kennen die anderen beiden Verfahren wie Upcycling sowie Downcycling. Deshalb werden hier die Unterschiede zwischen den drei Methoden erläutert.

Der blaue Planet ist zugemüllt. Nicht nur Plastikberge in den Ozeanen, sondern auch anderweitige Umweltverschmutzungen belegen diese Tatsache. Glücklicherweise muss dieser Fakt nicht gleichgültig hingenommen werden. Recycling fungiert als gute Lösung, um das hochempfindliche Ökosystem, welches Eingriffe durch den Menschen weniger gut verträgt, zu schützen. Abfall, der von Privathaushalten und Unternehmen vermieden wird, landet weder in den Ozeanen noch in den Wäldern.

Da Plastik nicht nur die Umwelt verschmutzt, sondern auch eine Gefahr für die menschliche Gesundheit darstellt, zahlt es sich in doppelter Hinsicht aus, diesen Wertstoff zu recyceln. Upcycling wiederum dient als Verfahren, welches die Rohstoffe noch besser schont. Bei beiden Vorgehensweisen besteht das Ziel darin, den Kunststoff so lange wie möglich zu nutzen.

Worin liegt nun der Unterschied zwischen Upcycling und Recycling? – Die Antwort auf die Frage lautet: In der Weise, wie der Plastikmüll aufbereitet wird.

Für eine Wiederverwertung reinigen Hersteller reine Kunststoffe, zerkleinern sie und schmelzen sie ein, um daraus neue Gegenstände zu gewinnen. Bei gemischten Plastikgegenständen gehen Produzenten jedoch anders vor. Sie verwenden chemische Verfahren, um die Plastikprodukte in niedermolekulare Gegenstände umzuwandeln. Flüssiggas oder Öle. Die Erzeugnisse dienen als willkommene Alternative zu fossilen Brennstoffen wie Erdgas, Erdöl und Kohle. (vgl. https://www.nabu.de/umwelt-und-ressourcen/abfall-und-recycling/index.html)

Wofür steht Upcycling?

Abfallprodukte werden beim Upcycling in andere Produkte umgewandelt. Experten bezeichnen diese Vorgehensweise als eine kreative Zweckentfremdung. Denn sie bewerten Gegenstände, die ausgedient haben, als nutzbare Materialien für neue Produkte.

Wofür steht Downcycling?

Beim Downcycling verliert ein Erzeugnis an Qualität; zumindest nach der Wiederverwertung. Somit kommt am Ende des Herstellungsprozesses ein Erzeugnis zum Vorschein, welches sich durch eine minderwertige Qualität auszeichnet. Nach dieser Definition taucht berechtigterweise die Frage auf: Lohnt es sich denn ein Downcycling zu betreiben, wenn am Ende schlechtere Produkte das Ergebnis sind? Umweltexperten und diejenigen, die sich mit Abfallwirtschaft befassen, bejahen diese Frage. Dafür führen sie auch vielerlei Gründe an.

Downcycling erhält die Biodiversität aufrecht und wirkt zudem einer Ressourcenausbeutung entgegen. Eine thermische Abfallwertung fungiert als letzte Möglichkeit der Wiederverwertung. Somit dient Müll während des Verbrennens als alternative Energiequelle. Welcher Rohstoff wird unterdessen geschont? Richtig: Holz. Diese erneuerbare Ressource ist kostbar. Es lohnt sich, wenn möglich, auf anderweitige Rohstoffe auszuweichen. Mit dieser Vorgehensweise leisten Wirtschaftssubjekte einen wichtigen Beitrag zu einer Vereinbarkeit der drei Säulen der Nachhaltigkeit. (vgl. https://www.nabu.de/umwelt-und-ressourcen/abfall-und-recycling/recycling/21113.html)

Wo kommt Downcycling zum Einsatz?

Plastik und Aluminium spielen im Downcycling eine wichtige Rolle. Getränkedosen fungieren als gutes Beispiel für den Downcycling-Prozess, denn sie setzen sich aus zwei Aluminiumschichten zusammen: Diese sind mit Magnesium sowie Mangan gemischt. Bei einem Recyclingprozess verschmelzen die beiden unterschiedlichen Schichten miteinander. Daraus resultiert ein minderwertiges Aluminium.

Papier unterliegt bei einer näheren Betrachtung ebenfalls einem Downcycling-Prozess. Aufgrund von Druckfarben sind Produzenten während des Recycelns die Hände gebunden. Sie können Papier nur in Fasern wiederverwerten. Mit jedem neuen Recycling verkürzen sich die Fasern. Deshalb fungiert recyceltes Papier überwiegend als Toilettenpapier.

Da die Qualität der Produkte mit jedem Recycling sinkt, resultiert daraus die Frage, wie oft ein Downcycling noch Sinn macht: Ab welchem Zeitpunkt ist der Energieaufwand höher als die Produktqualität? Wann lohnt sich eher eine thermische Abfallverwertung? In der Praxis existiert eine simple Faustregel: Je häufiger ein Gegenstand das Downcycling durchläuft, desto eher sinkt seine Qualität. Privathaushalte und Unternehmen haben die Möglichkeit, sich an den nachfolgenden drei Rs aus dem Englischen zu orientieren:

  • Reduce: Wo kann ich Abfall vermeiden? – Indem ich weitestgehend verpackungsfrei einkaufe und Baumwollnetze für Obst und Gemüse verwende. 
  • Reuse: Kannst du ein Produkt wiederverwenden, ehe es im Abfall landet? Selbstverständlich, denn wo ein Wille ist, ist auch ein Weg. Secondhand-Ware stellt ein wunderbares Beispiel für reuse dar. Eltern gehen so vor, wenn sie Kleidung für ihre Kinder kaufen. Sie bewahren diese auf und lassen die jüngeren Geschwister diese tragen. Denn Säuglinge wachsen in einem rasanten Tempo. Babystrampler sind auch nach einem mehrmaligen Gebrauch wie neu. In dieser Hinsicht lohnt sich ein Reuse. Bienenwachstücher dienen auch als gute Alternative für Frischhalte- und Alufolie. 
  • Recycle: Verbraucher, die einen Gegenstand nicht erneut verwenden können, sollten auf eine korrekte Entsorgung achten. Denn so kann das Produkt recycelt werden. Deshalb gehört Glas in den Altglascontainer und keineswegs in den Restmüll.

Als Fazit lässt sich festhalten, dass das Downcycling eng mit dem Recycling zusammenhängt. Für die Abfallmengen, welche die Menschheit produziert, sind die Downcycling-Methoden unverzichtbar. Laut Experten sollte die Zukunft trotzdem anders aussehen. Und diese Aufgabe lässt sich nur verwirklichen, indem eine anderweitige Gestaltung der Gegenwart erfolgt. Wie könnte das in der Praxis aussehen? Indem Umweltmanager und Umweltingenieure technische Lösungen entwickeln, die eine weitere Verwendung von Gegenständen ermöglichen – ohne einen Qualitätsverlust.

Je häufiger ein Gegenstand das Downcycling durchläuft, desto eher sinkt seine Qualität

Außerdem reicht es nicht, mit dem Umdenken beim Müll anzufangen: Stattdessen sollte zu Beginn des Produktlebenszyklus feststehen, wie sich dieses recyceln lässt – und zwar ohne einen Qualitätsverlust. Sowohl Prozesse, die in den Ökosystem ablaufen als auch die Kreislaufwirtschaft dienen in dieser Hinsicht als gute Beispiele.

Weniger Abfall produzieren. Auch dieses Prinzip hilft, die Müllberge zu reduzieren. An dieser Stelle geht der Appell an die Verbraucher. Wenn diese ein verpackungsarmes sowie sparsames Einkaufen bevorzugen, hat die Industrie keine andere Wahl als sich an die Bedürfnisse der Kunden anzupassen. Denn in der Regel bestimmt die Nachfrage das Angebot.

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Welche Vorteile bietet die Wiederverwertung von Produkten?

Der wichtigste Vorteil der Wiederverwertung – unabhängig davon, ob es sich um Recycling, Downcycling oder Upcycling handelt – liegt auf der Hand: jeder wiederverwertbare Wertstoff, der im Recycling-Kreislauf landet, endet nicht in der Abfallwirtschaft. Zudem verhindert der Gegenstand eine erneute Kunststoffherstellung. Dadurch verwenden Hersteller keine weiteren Wertstoffe. Privathaushalte und Unternehmen, die auf Green Economy setzen, können auf zahlreiche Alternativen ausweichen: Gegenstände, die aus Bambus, Bio-Baumwolle und Wachs bestehen, fungieren als hervorragendes Beispiel für Green Economy Produkte.

Kunststofferzeugnisse, die wiederum einmal vorhanden und bei entsprechender Nutzung in der Regel lang erhalten bleiben, obwohl sie irgendwann ausgedient haben, landen dank der Kreislaufwirtschaft erneut im Produktkreislauf.

Auch wenn die Vorteile der Recycling-Methoden überwiegen, sollte dennoch ein Blick auf die Nachteile erfolgen. Denn die Marketing-Maßnahmen von recycelten Produkten lassen Verbraucher in der Annahme, dass mit dem Kauf “Friede, Freude, Eierkuchen” herrscht. Das trifft jedoch nicht zu. So traurig es auch klingt, aber auch die Wiederverwertung ist mit Nachteilen verbunden.

Der ökologische Fußabdruck
Der ökologische Fußabdruck

Welche Nachteile resultieren aus dem Recycling?

Ohne einen Energieaufwand erfolgt kein Recycling. Dadurch erhöht sich jedoch der Ausstoß von Kohlenstoffdioxid. Deshalb kann der Rohstoffeinsatz sowie der damit verbundene Transport einen riesigen ökologischen Fußabdruck verursachen, dass die Nutzung von wiederverwertbaren Produkten einen eher negativeren Einfluss auf das Ökosystem ausübt, als dass diese die positive Wiederverwertungsbilanz ausgleicht.

Marketingmaßnahem verschweigen darüber hinaus ein wichtiges Detail: Plastikprodukte bestehen keineswegs zu 100 Prozent aus recycelten Materialien. Sie benötigen immer ein wenig neues Plastik. Nur dadurch ist eine längere Haltbarkeit gewährleistet. Zudem erfolgt während des Verarbeitungsprozesses eine aufwendige Kunststofftrennung sowie ein Transportweg, der einen hohen Beitrag zum Klimawandel leistet: in negativer Hinsicht.

Wie bereits erwähnt, agiert der Qualitätsverlust, der mit dem Recycling einhergeht, als unmittelbarer Minuspunkt. Deshalb sind auch wiederverwertbare Erzeugnisse umweltfeindlich. Und sofern eine unsachgemäße Rückführung am Ende des Produktlebenszyklus erfolgt, gelangt dadurch vermehrt Mikroplastik in das Ökosystem. Schädlich. Für Mensch, Tier und Umwelt. (vgl. https://www.mounting-systems.com/aluminium-vor-und-nachteile-und-warum-recycling-wichtig-ist/)

Es lässt sich zudem nicht jede Plastikart recyceln. Das waren die grundlegenden Nachteile zum Re- bzw. Downcycling. Doch, was ist mit Upcycling, welches den Ruf der schonenderen Wiederverwertungsmethode genießt?

Die Vorteile von Upcycling

Upcycling dient als kreative Methode, um aus vorhandenen Wertstoffen, neue nutzbare Dinge zu erschaffen: Schuhsohlen bestehen aus Autoreifen, Kunststoffflaschen dienen als Blumenkästen und Gartenmöbel setzen sich aus Europaletten zusammen. Für solche Produkte steht das Upcycling. Die Resultate beweisen, dass bei dieser Methode kein Qualitätsverlust hingenommen werden musste. Neben der Materialaufwertung agiert die Einsparung von Rohstoffen als weiterer Pluspunkt. Weil keine kostenintensive Ressourcenverarbeitung stattfindet. Des Weiteren sinkt der Abfallbestand, es ist ökonomischer und nachhaltiger Wertstoffe, die ausgedient haben, zu modifizieren.

Des Weiteren schärfen Produkte, die ein Upcycling durchlaufen haben, die Wahrnehmung der Verbraucher. Sie sehen, wie viel Kunststoffmüll entsteht. Mithilfe von Upcycling-Produkten lernen sie, dass sich sowohl eine längere Nutzungsdauer als auch eine geringere Abfallproduktion miteinander kombinieren lassen. Insbesondere Privathaushalte und Unternehmen, die einen hohen Wert auf einen nachhaltigen Konsum legen, kommen bei dieser Produktwahl nicht zu kurz. (vgl. https://www.ecowoman.de/upcycling-nicht-gut-fuer-umwelt-wie-sinnvoll-ist-upcycling-und-recycling-5020)

Worin liegen die Nachteile von Upcycling?

Ist das Upcycling auch mit Nachteilen verbunden? Auf den ersten Blick verneint eine große Mehrheit diese Frage. Doch das “Nein” ist nicht vollkommen berechtigt. Eine Person, die eine PET-Flasche aufschneidet, um sie als Blumentopf zu nutzen, kann den ökologischen Fußabdruck vergrößern, wenn sie dafür noch Halterungen und Kleber kauft, um die PET-Flasche als Blumentopf zu nutzen. Deshalb sollten sich Verbraucher die Frage stellen, ob sie das Upcycling-Produkt tatsächlich benötigen und ob während des Produktionsprozesses nicht weitere Rohstoffe eingesetzt wurden, welche dem Ökosystem schaden und den Nachhaltigkeitsanforderungen keine Rechnung tragen.

Die Upcycling-Faustregel besagt, dass es sich zwar auszahlt aus unbrauchbarem Kunststoff neue Gegenstände herzustellen, doch sofern diese aus umweltschädlichen Materialien bestehen, resultieren daraus erneut umweltfeindliche Erzeugnisse. Der Vorteil gilt nur dann, wenn sich die Stoffe innerhalb eines Kreislaufs bewegen.

Kampagnen, die eher Greenwashing betreiben, sollten Verbraucher nicht zu der Annahme verleiten, dass alles in Ordnung sei. Stattdessen lohnt sich ein Hinterfragen, inwiefern die Bezeichnungen Re- oder Upcycling verwendet wurden. (vgl. https://www.ecowoman.de/upcycling-nicht-gut-fuer-umwelt-wie-sinnvoll-ist-upcycling-und-recycling-5020)

Recycling oder Upcycling von Wertstoffen?
Recycling oder Upcycling von Wertstoffen?

Welche Methode schneidet in einem Vergleich besser ab: Recycling oder Upcycling?

Welches Verfahren die bessere Variante darstellt, lässt sich nicht einfach beantworten, weil es auf den Einzelfall ankommt. Zum einen lohnt es sich, sich mit dem Thema Plastik zu befassen, zum anderen gilt stets die Faustregel: Müll sollte weitestgehend vermieden und wenn das nicht möglich ist, reduziert werden.

Upcycling bietet zahlreiche DIY-Möglichkeiten

Beim Recycling sind in der Regel Industrieunternehmen tätig. Sie vollziehen das Recycling, ehe sie Produkte an den Endverbraucher verkaufen. Beim Upcycling hingegen haben sämtliche Wirtschaftssubjekte die Wahl, aktiv zu werden. Sie können ihre alten Plastikgegenstände zweckentfremden und diesen eine neue Daseinsberechtigung geben. Upcycling kann jeder in Eigenregie umsetzen.

Die Website Etsy sowie die Suchmaschine Pinterest dienen als sinnvolle Inspirationsquellen für das Upcycling. Dort teilen umweltbewusste Menschen ihre Ideen mit Gleichgesinnten. Sie präsentieren ihre DIY-Projekte. Da Verbraucher Plastik ohne die Nutzung von bestimmten Geräten oder Substanzen umwandeln können, liegt der Fokus auf Upcycling-Ideen, welche Privathaushalte umsetzen können.

Fazit zum Recycling, Upcycling und Downcycling

Die Realität hat bewiesen, dass es nicht immer möglich ist, Produkte wiederzuverwerten. Aus zahlreichen Gründen können Hersteller gewisse Erzeugnisse keineswegs durch nachhaltige Alternativen ersetzen. Denn wenn sie das könnten, würden die meisten es vermutlich auch tun. Deshalb sollten Privathaushalte und Unternehmen gleichermaßen bei ihrer Entscheidung für oder gegen ausgesuchte Produkte darauf achten, ob sie sich von falschen Marketing-Kampagnen blenden lassen. Stattdessen sollten sie sorgsam abwägen, welches Erzeugnis unter der Berücksichtigung seiner Herstellung sowie seiner Wiederverwertbarkeit die nachhaltigste Version darstellt und dennoch den größtmöglichen Nutzen bietet.

Als wichtiger Indikator bei der Produktwahl dient die aufgedruckte Recyclingquote, die soziale Fertigungsstandard, den Transportweg sowie die jeweilige Zertifizierung wie Global Recycle Standard (GRS) angibt. (vgl. https://slow.supply/blogs/magazin/upcycling-und-recycling)

Das Gefangenendilemma als Gegner für das Recycling

Umweltökonomen führen oft das Gefangenendilemma aus der Spieltheorie für die mangelnde Handlungsbereitschaft der Wirtschaftssubjekte an. Das trifft insbesondere bei Aktivitäten zu, die mit einem gewissen Verzicht verbunden sind. Wo wird das in der Praxis am besten deutlich? Beispielsweise bei Mode: Die Mehrheit bevorzugt Fast Fashion, statt Slow Fashion oder Secondhand-Mode.

Weil es sich beim Kauf von Recycling-Produkten um eine bewusste und zugleich freiwillige Entscheidung handelt, sieht die Mehrheit keinen Vorteil darin, recycelte Produkte zu bevorzugen. Vom Preis her spüren die Nutzer keinen wirklichen Vorteil. Isoliert betrachtet denkt jeder Konsument, dass es sich eher lohnt, neue Produkte zu kaufen

Der individuelle Nutzen als Argument für recycelte Produkte

Wirtschaftswissenschaftler ziehen des Öfteren die Theorie des Nutzens heran, um bestimmte Verhaltensweisen von Wirtschaftssubjekten zu erklären. Sowohl Unternehmen als auch Privathaushalte sehen einen geringen Nutzen darin, recycelte Produkte zu kaufen oder ein Upcycling zu betreiben. Dabei liegen sie mit dieser Denkweise falsch. Denn Recycling betrifft jeden Einzelnen und kein Mensch kann die Bedeutung dieser Thematik leugnen.

Die Herausforderung oder auch besondere Schwierigkeit besteht darin, die Denkweise zu ändern. Aktivitäten, die das Recycling unterstützen, sind weitaus einfacher umsetzbar als das Ändern einer festsitzenden Denkweise. Es ist wesentlich einfacher der eigenen Meinung treu zu bleiben als diese zu ändern. Dazu gehört nicht nur ein Wille, sondern auch Mut.

Verbrauchern fehlt der Mut, ihr langjähriges, monotones Konsumverhalten zu hinterfragen, geschweige denn zu ändern. Deshalb kann an dieser Stelle lediglich das Nutzenargument als wertvolle Motivation dienen. Welchen Nutzen haben Unternehmen und Privathaushalte, wenn sie auf recycelte Produkte umsteigen sowie eine Müllvermeidung bevorzugen?

  • Sie reduzieren die Verbreitung von Mikroplastik und schonen damit auch ihre Gesundheit.
  • Recycelte Produkte stehen für das Gefühl, eine gute Tat vollbracht zu haben.
  • Mithilfe von recycelten Produkten gewinnt die Kreislaufwirtschat zunehmend an Bedeutung.
  • Der Klimawandel wird verlangsamt, denn er betrifft tatsächlich alles und jeden.
  • Wasser und Boden leiden weniger, sofern Recycling das Oberwasser gewinnt. 
  • Die Biodiversität, die für das gesamte Ökosystem von Bedeutung ist, bleibt erhalten.

Individuen, die sich von den Vorzügen des Recyclings nicht überzeugen lassen, können jedoch anhand von Upcycling ausrechen, wie viel Geld sie sparen, indem sie alte unbrauchbare Produkte zweckentfremden. Ob Recycling, Downcycling oder Upcycling, der Artikel hat ausführlich erläutert, weshalb die Wiederverwertung ein notwendiges Gut und kein freiwilliges Übel darstellt.

Privathaushalte und Unternehmen produzieren zu viel Müll, aber die Erdoberfläche ist begrenzt. Sie ist endlich und keineswegs unendlich. Deshalb betonen Experten stets die Bedeutung der Kreislaufwirtschaft oder die Wichtigkeit der drei Säulen der Nachhaltigkeit. Beide funktionieren mit der Integration des Recyclings. Die Wiederverwertung sollte beim Erhalt der Biodiversität und der Ökosysteme im Mittelpunkt der Betrachtung stehen und keine Nebenrolle spielen.

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