Wasserverschmutzung – Ursachen, Folgen und Lösungen

Die Wasserverschmutzung ist eine unterschätzte Gefahr. Sie gefährdet die Gesundheit und den Fortbestand von Mensch, Tier und Umwelt.

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Wasserverschmutzung - Hand mit Plastikflasche
Wasserverschmutzung - Hand mit Plastikflasche @umweltmission.de

Von Umwelt-, Licht- und Luftverschmutzung sprechen Regierungen, Medien und Menschen oft – doch die Wasserverschmutzung erwähnt so gut wie niemand. Obwohl diese Art der Verunreinigung eine unterschätzte Bedrohung für die Gesundheit und das Leben von Mensch, Tier und Umwelt darstellt, findet sie kaum Beachtung. Zudem impliziert eine Gewässerreinhaltung anstrengende Maßnahmen sowie einen Verzicht auf bestimmte Giftstoffe. Auch, wenn kaum jemand über das Umweltproblem namens Wasserverschmutzung spricht, bedeutet es dennoch keineswegs, dass diese Art der Verunreinigung unwichtig ist.

Was besagt die Wasserverschmutzung Definition?

Wasserverschmutzung steht für die Verunreinigung von Wasserquellen. Dabei erfolgt die Verschmutzung nicht von selbst. Schadstoffe, die das Wasser unbrauchbar machen, sind der Übeltäter. Trinken. Kochen. Reinigen. Schwimmen. Diese Aktivitäten sind mit einem verunreinigten Wasser undenkbar. Zu den sogenannten Übeltätern zählen Schadstoffe wie Bakterien, Parasiten, Müll und Chemikalien. Sämtliche Formen der Verschmutzung landen im Wasser. Zu allem Übel setzt sich die Luftverschmutzung ebenfalls in den Gewässern ab. Denn eine Landesverschmutzung landet mühelos in einem Fluss oder einem Bach. Von da aus findet das verschmutzte Wasser seinen Weg in einen Ozean und setzt dort weiterhin sein Unwesen. Abfälle auf Grundstücken gefährden somit auch die Trinkwasserversorgung. Kurzum: Wasserverschmutzung Definition bedeutet, dass sich im jeweiligen Gewässer Substanzen aufhalten, die nicht dahin gehören. (vgl. https://www.hsph.harvard.edu/ehep/82-2/ Zugriff am 12.06.2022)

Da nun klar ist, was unter die Wasserverschmutzung Definition fällt, lautet die nächste Frage:

Was sind die Konsequenzen der weltweiten Wasserverschmutzung?

Es ist kein Geheimnis, dass Wasserverunreinigungen Krankheiten verursachen oder Giftstoffe transportieren. Denn Bakterien sowie Parasiten aus den Gewässern landen im Trinkwasser. Anschließend setzen sie ihr Unwesen fort, indem sie im menschlichen Körper Durchfall, Cholera oder sonstige Verdauungsbeschwerden verursachen. Wenn es lediglich bei den Verdauungsbeschwerden bliebe, wäre die Wasserverunreinigung ja ein Übel mit kleinen Folgen.

Leider sieht es in der Realität anders aus. Weil gefährliche Chemikalien, – Herbizide und Pestizide – die aus der Industrie, Landwirtschaft, Privathaushalten oder Golfplätzen stammen, akute Vergiftungen verursachen, sterben Menschen, Tiere und Pflanzen sofort, wenn sie mit einem verunreinigten Wasser in Berührung kommen.

Manchmal führen gefährliche Chemikalien, die im Wasser landen, nicht immer zum Tod. Stattdessen verursachen sie chronische Vergiftungen. Infolgedessen leiden Betroffene unter neurologischen Problemen, welche wiederum Krebserkrankungen fördern. In den menschlichen Körper gelangen Schadstoffe, wenn Trinkwasser verunreinigt oder wenn es für die Nahrungszubereitung verwendet wird. Von dort aus landen sie im Verdauungstrakt und erreichen anderweitige Organe im Körper. Infolgedessen kommt es zu weiteren Krankheiten, die über Verdauungsleiden hinausgehen.

Wasser nutzen Menschen jedoch nicht nur zum Trinken oder für die Nahrungszubereitung, sondern auch für die Kleiderreinigung. Zudem funktioniert Schwimmen ebenfalls nur im Wasser. Somit kommt die Haut entweder durch gewaschene Kleidung oder durch das Schwimmen mit verschmutztem Wasser in Berührung. Hautreizungen sind dabei das geringere Übel. Bei anderen Personen kann es zu schweren Allergien kommen.

Zudem belasten gefährliche Chemikalien in den Wassersystemen Tiere und Pflanzen, die dort leben. Selbst wenn die beiden Arten in den verunreinigten Gewässern überleben, können sie vom Menschen verzehrt werden. Demzufolge erkranken die Menschen wiederum leicht oder entwickeln leichte bis starke Vergiftungssymptome. Tiere und Pflanzen, die überleben, pflanzen sich jedoch nicht richtig bis gar nicht fort.

Wasserverunreinigungen sind doch nur teilweise gegenwärtig. Wo führen sie denn schon zum Tod? Das ist ein Märchen, welches dazu dient, den Faktor Angst auszulösen. Es gibt auf dem Blauen Planeten noch genügend sauberes Wasser. So oder so ähnlich denken vermutlich zahlreiche Regierungen, Unternehmen, Privathaushalte und Individuen. Wie gesund die aquatische Umwelt ist, fragen sich nur wenige Menschen.

Video: Wie Wasserverschmutzung unseren Wohlstand bedroht
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Existieren noch saubere Gewässer?

Leider hat die anthropogene Umweltverschmutzung eine massive Wasserverschmutzung nach sich gezogen. Demzufolge existieren kaum noch Regionen, in welchen die kontinentalen Gewässer nicht verunreinigt sind. Noch existieren kaum Berichte über die Wasserverunreinigung. Stattdessen dominieren Schätzungen. Diese besagen, dass 50 Prozent der nordamerikanischen sowie europäischen Seen und Flüsse stark verunreinigt sind.

Wie es in den Schwellen- und Entwicklungsländern aussieht, steht auch nicht auf Papier fest. Allerdings sieht die Realität dort ebenfalls nicht besser aus. Dort herrscht neben einer bekannten Trinkwasserknappheit in manchen Regionen fast Krieg um sauberes Wasser. Denn dort sind die Flüsse komplett verschmutzt – von der Quelle bis zur Mündung. Sie leiten zuverlässig, sicher und schnell sämtliche Giftstoffe in die Ozeane und Meere.

60 Prozent der Weltbevölkerung lebt jedoch an Küsten. Ihre Einleitungen beeinflussen die Meeresumwelt äußerst stark. Dennoch bleiben die riesigen Ozeane in der Tiefe weitestgehend sauber, obwohl sie an der Oberfläche verschmutzt sind. Die Meere hingegen sind leider stark verunreinigt, weil in deren geschlossenen Umgebungen so gut wie kein Verdünnungseffekt existiert. Bei den Ozeanen hingegen ist der Verdünnungseffekt größer.

Wie sieht es mit dem Grundwasser aus? Ist dieses denn nicht sauber? Nein, nicht mehr. Auch wenn das Grundwasser durch Versickerung gespeist wird, bleibt es von den Verunreinigungen nicht verschont. Zwar kann es eine lange Zeit dauern, bis die unerwünschten Chemikalien im Grundwasser landen, jedoch bleiben sie dort für mehrere Jahrzehnte – insbesondere bei einer langsamen Wasserzirkulation. Die Grundwasserverschmutzung erfolgt zwar nicht sofort, dafür hält sie länger an und lässt sich nur schwer bis gar nicht umkehren. (vgl. https://www.cieau.com/ Zugriff am 12.06.2022)

Da nun klar ist, dass wenig saubere Gewässer existieren, lautet die spannende Frage, ob sich eine Wasserverschmutzung umkehren lässt? Lassen sich verschmutzte Gewässer säubern? Wäre das denn theoretisch nicht möglich? Können sogenannte Wasserverschmutzer ihr Unwesen einfach beenden? Denn, wenn die Wasserverschmutzung einen Beginn hat, kann sie doch auch ein Ende haben. Leider lassen sich Gedanken aus der Theorie nicht immer oder einfach in die Praxis umsetzen.

Caulerpa Taxifolia Alge
Caulerpa Taxifolia Alge @Coughdrop12, CC BY-SA 4.0 https://creativecommons.org/licenses/by-sa/4.0, via Wikimedia Commons

Sind Wasserverschmutzungen irreversibel?

Die Antwort auf die Frage, ob Wasserverschmutzungen irreversibel sind, lautet: Es kommt auf die Art der Wasserverunreinigung an. Es existieren jedoch irreversible Wasserverunreinigungen – zumindest für anthropogene Zeitskalen. Auf welche trifft das zu? Unter diese Kategorie fällt beispielsweise die Nuklearkatastrophe von Tschernobyl. Die Folgen dieser Umweltkatastrophe sind dauerhaft, irreversibel und weitreichend. Leider.

Zu den weniger außergewöhnlichen und dennoch irreversiblen Wasserverschmutzungen zählen genetische sowie biologische Verunreinigungen. Sie entstehen aufgrund von invasiven Arten. Gebietsfremde Arten verwandeln sich in dauerhafte Mitglieder eines Ökosystems – sobald sie sich in diesem breit gemacht haben. Leider verursachen sie dadurch dauerhafte, negative und irreversible Folgen.

Als Beispiel dient an dieser Stelle die Caulerpa taxifolia im Mittelmeer. Wer oder was ist denn das schon wieder? Das ist eine exotische Alge – sie ist genau so exotisch wie ihr Name. Den Menschen ist es nicht gelungen, diesen Übeltäter an einer Verbreitung in den Seegraswiesen zu hindern. Folglich siedelte sie sich dort an – für immer und ewig, vermutlich. Denn dieser Art hat sich zu einem Teil des mediterranen Ökosystems entwickelt. Sie denkt nicht einmal daran, zu verschwinden. Stattdessen reduziert sie die Artenvielfalt im Meer, da sie die Posidonia-Seegraswiesen von der Bildfläche verdrängt.

Dennoch gibt es ein Lichtblick am Ende des Tunnels, weil nicht alle Arten der Wasserverunreinigung irreversibel sind. Um einer Wasserverschmutzung entgegenzuwirken oder bereits bestehende Wasserverunreinigungen zu beseitigen, lohnt sich ein Blick auf die Verursacher der Wasserverschmutzung.

Worin liegen die Ursachen einer Wasserverschmutzung?

Bei der Frage, worin die Ursachen für eine Wasserverschmutzung liegen, denkt die Mehrheit an anthropogene Aktivitäten. Allerdings ist nicht immer menschliches Handeln für die zahlreichen Wasserverunreinigungen verantwortlich. Hin und wieder entstehen Wasserverschmutzungen durch die Natur. Aha. Interessant. Wann genau ist das der Fall? Nun, Mutter Natur treibt ihr Unwesen genau dann, wenn sie Quecksilber aus der Erdkruste nach außen befördert. Sobald dieses aus der Erdkruste heraustritt und seinen Weg in Weltmeere, Flüsse, Kanäle oder Stauseen findet, verschmutzt es sicher, schnell und zuverlässig die genannten Gewässer. Nichtsdestotrotz sind nach wie vor menschliche Aktivitäten die Hauptursache für Wasserverschmutzungen. (vgl. https://www.cwac.net/ Zugriff am 20.06.2022)

Klimawandel, Klimaerwärmung, Lichtverschmutzung, Luftverschmutzung sowie Bodenerosion. Die Ursachen einer Wasserverschmutzung sind bunt, vielfältig und allgegenwärtig – leider nicht im positiven Sinne.

Der Wasserkreislauf
Der Wasserkreislauf @USGS Georgia Water Science CenterIllustration by John Evans, Howard Perlman, USGSTranslation into German/Übersetzung: Werner Hoffelner, The Federal Environment Agency of Germany/Umweltbundesamt, Public domain, via Wikimedia Commons

Warum sich eine Beeinflussung des Wasserkreislaufs negativ auf die Sauberkeit der Gewässer auswirkt

Damit die Ursachen der Wasserverschmutzung deutlich werden, ist es notwendig, den Wasserkreislauf zu verstehen. Auf der gesamten Erdoberfläche erwärmt die Sonne das Wasser. Nach der Erwärmung verdunstet das Wasser und findet seinen Weg nach oben. Zudem ist das Wasser nicht so schwer wie die Luft, von der es umgeben wird. Während das Wasser aufsteigt, kühlt es ab und verwandelt sich aufgrund des atmosphärischen Staubs in Wolken. Wenn die Wolke dann ein sogenanntes Maximalgewicht erreicht hat, lässt sie entweder Regen oder Schneeflocken auf Mutter Erde prasseln. Für welche Art von Tropfen sich die Wolken entscheiden, hängt von der Jahreszeit und von der geografischen Lage der jeweiligen Region ab. Infolgedessen erfolgen eine Filterung und Säuberung des Wassers in Kombination mit der Pflanzenwelt. Allerdings haben der Industrie- sowie der Landwirtschaftssektor stark in den natürlichen Wasserkreislauf eingegriffen. Der Name dieses Eingriffs lautet Wasserverschmutzung.

Warum Massenfabriken eine Wasserverschmutzung verursachen

Die Industrialisierung allein ist nicht verantwortlich für die Wasserverschmutzung, sondern die schwer abbaubaren Stoffe und Giftstoffe, welche Menschen verwenden. Das gilt insbesondere für die Abwässer der Eisen- sowie Bergwerke. Zwar denken Unternehmen während des Produktionsprozesses stark um. Sie bemühen sich, die drei Säulen der Nachhaltigkeit zu respektieren. Leider schaffen sie das (noch) nicht über den gesamten Produktlebenszyklus hinweg. Denn Endprodukte verunreinigen trotz einer umweltbewussten Herstellung Gewässer.

Weshalb sind Endprodukte schlecht für den Rohstoff Wasser? Betriebsunfälle, unsachgemäße Lagerungen oder ein Unfall während des Transports verunreinigen das Wasser. Doch auch der Herstellungsprozess erhöht den Ausstoß von Treibhausgasen, die wiederum stark den Wasserkreislauf beeinflussen. Zu allem Überfluss behindern sie den natürlichen Filterungsprozess. Deshalb sind zahlreiche Gebiete vom Regen bedroht. Insbesondere die Schwellen- und Entwicklungsländer leiden unter der Wasserverschmutzung. Denn dort nutzen die Menschen noch veraltete und gefährliche Technologien. Zudem existieren dort kaum strenge staatliche Auflagen. Infolgedessen leiden die Ökosysteme.

Die Landwirtschaft verunreinigt das Wasser

Kunstdünger verunreinigen das Wasser. Stickstoff und Phosphor landen dort. Aufgrund dessen gedeihen Bakterien und in den Pflanzen, die im oder um das Wasser herum wachsen. Zudem enthalten Düngemittel einen hohen Nitrat-Anteil.

Die Urbanisierung vereinfacht das Alltagsleben und verunreinigt das Wasser

Gibt es einen Aspekt, der den Alltag der Menschheit so vereinfacht hat wie die Urbanisierung? – Neben der Industrialisierung wohl kaum. Für die Menschen ist die Verstädterung mit zahlreichen Vorteilen verbunden. Allerdings verursachen die entstehenden Metropolen, die auch auf das Bevölkerungswachstum zurückzuführen sind, eine starke Wasserverschmutzung. Auch wenn in den modernen Städten gute Abwassersysteme samt Kläranlagen existieren, ist die Wasserverunreinigung dennoch keineswegs ausgelöscht. Reinigungsmittel sowie eine unsachgemäße Entsorgung von alten Medikamenten verunreinigen das Wasser. Denn die Abwassersysteme sind noch nicht perfekt – da sie an manchen Stellen undicht sind.

Klimawandel und Entwaldung
Klimawandel und Entwaldung

Die Klimaerwärmung verunreinigt das Wasser

Was hat denn bitte die Klimaerwärmung mit der Wasserverschmutzung zu tun? Sie reduziert den Sauerstoffgehalt im Wasser, weil aufgrund von CO2-Emissionen ein globaler Temperaturanstieg erfolgt. Doch das ist nicht das einzige Problem. Dürreperioden und Hitzewellen treten aufgrund des Klimawandels häufiger auf. Infolgedessen ist der Wasserstand in Flüssen ziemlich niedrig, wodurch der Grundwasserspiegel sinkt. Außerdem verursacht die Klimaerwärmung Hochwasser- und Starkregenereignisse. Gewässer leiden unter diesem Prozess, denn sie sind ohnehin schon vorbelastet – durch Abwässer, die industrielle Agrarwirtschaft sowie durch anderweitige Eingriffe wie Flussbegradigungen. (vgl. https://www.bund.net/ Zugriff 20.06.2022)

Waldrodungen verunreinigen Gewässer

Gnadenlose Waldrodungen sind nicht nur eine Sünde für das Klima, sondern auch für die Sauberkeit von Gewässern. Denn bereits eine Abholzung eines Waldes wirkt sich negativ auf die Wasserressourcen aus. Sie kann diese nicht nur erschöpfen, sondern auch organische Rückstände produzieren. Diese wiederum sind ein idealer Nährboden für schädliche Bakterien, die das umliegende Wasser verunreinigen.

Der Tropische Regenwald wird ebenfalls in einem rasanten Tempo abgeholzt. Seine gnadenlose Rodung schadet jedoch dem Wasserzyklus. Die baumlosen, kahlen Gebiete produzieren deutlich weniger Niederschläge. Demzufolge trocknet das einst fruchtbare Land aus. Langfristig dominieren Dürreperioden, welche zu allem Überfluss die Waldbrandgefahr erhöhen und den Artenschutz nahezu unmöglich machen. (vgl. https://www.zeit.de/wissen/ – Zugriff am 20.06.2022)

Die massive Viehzucht verunreinigt das Wasser

In Südamerika verlangt die Viehzucht eine Abholzung der Regenwälder. Für den Boden, das Klima und das Wasser gleicht dieser Vorgang nahezu einer Tragödie. Denn Konzerne entsorgen ihre Chemikalien nicht immer richtig oder besser gesagt umweltgerecht. Stattdessen landen diese in den umliegenden Gewässern. (vgl. https://www.iberdrola.com/sustainability/water-pollution – Zugriff am 20.06.2022)

Müll- und Fäkalienverklappung sorgen für eine nahezu tödliche Wasserverschmutzung

Laut der UNO gelangen über 80 Prozent der Abwässer ungeklärt in die umliegenden Flüsse und Weltmeere. Für die Entwicklungs- und Schwellenländer hat das dramatische Folgen. Sie leiden unter der Trinkwasserknappheit und sind demzufolge des Öfteren gezwungen, das Fäkalienwasser für ihre Grundbedürfnisse zu nutzen. In Abhängigkeit vom Grad der Verunreinigung endet der Konsum des Fäkalienwassers oft tödlich – das gilt insbesondere für Kinder. Ihr Immunsystem kann die tödlichen Krankheitserreger nicht bekämpfen.

Plastik-Müll in den Meeren
Plastik-Müll in den Meeren

Der internationale Seeverkehr erhöht die Wasserverschmutzung rapide

Plastik schwimmt in den Ozeanen. Dieser künstliche, nicht abbaubare Stoff verschmutzt das Wasser. Der größte Teil des Plastiks stammt von Fischerbooten, Frachtschiffen und Tankern. Somit geht die unachtsame Entsorgung von Plastik auf das Konto der Frachtschiffe, Fischerbote und Tanker. Außerdem können die genannten Parteien auf dem Meer ihr Unwesen treiben, da es nahezu unmöglich ist, sie zu kontrollieren.

Manchmal kann es jedoch zu einer Wasserverschmutzung kommen, die nahezu katastrophale Ausmaße annimmt. Wann trifft das zu? Wenn ein Öltanker havariert oder wenn es zu einem Unfall auf einer Ölplattform kommt. Diese Art der Wasserverunreinigung gleicht einer Katastrophe, da sie irreversibel ist und Tiere und Pflanzen, die sich in unmittelbarer Nähe des Unfalls befinden, sterben lässt.

Die Unfälle bei Offshore-Ölbohrungen oder der Transport von Erdöl stellen eine unterschätzte Gefahr für die Gewässer dar. Sie verursachen Wasserverschmutzungen, die zwar nach einiger Zeit nicht mehr sichtbar sind, aber dennoch existieren. Denn 2010 ereignete sich ein Unfall auf der Ölplattform Deepwater Horizon an der Oberfläche im Golf von Mexiko. Umweltexperten nenne diesen Unfall “Die größte Umweltkatastrophe in der Geschichte von Amerika”. Und sie ist nicht zu Ende. Denn ein weiter Umkreis um das Bohrloch herum bestätigt das, was die Oberfläche verheimlicht: Der Meeresboden ist weiterhin stark verschmutzt und somit auch das Wasser. Zudem ist die Erosion an den umliegenden Küstengebieten aufgrund der Wasserverschmutzung deutlich stärker. Denn das Öl hat den Boden langfristig geschädigt. Denn nicht nur Erdöl, sondern auch Dispersionsmittel schadet zahlreichen Organismen, mehr noch: Es ist tödlich. (vgl. https://www.wwf.ch/de/unsere-ziele/verschmutzung-der-meere – Zugriff am 20.06.2022)

Da nun die Ursachen der Wasserverschmutzung klar sind, lautet die spannende Frage, welche Stoffe absolut nicht, niemals unter keinen Umständen und defintiv nicht in diesem Leben im Wasser landen dürfen. Das gilt insbesondere für das Trinkwasser. Denn Giftstoffe im Wasser fördern die Trinkwasserknappheit:

Substanzen, die eine Wasserverschmutzung fördern

  • Kohlenwasserstoffe, NOX, COx, SOx, Schwermetalle und Feinstaub sowie Ruß: diese Stoffe resultieren aus dem Straßen- sowie aus dem Luftverkehr
  • Nitrat und Nitrit: diese Substanzen gehen auf die Landwirtschaft und die Viehzucht zurück
  • Mikroplastik, Luftverschmutzung und Müll sind das Ergebnis der zunehmendenÜberbevölkerung und Urbanisierung
  • Antibiotika, Hormone, Schmerzmittel, Putzmittel, Schwermetalle verunreinigen dasWasser. Sie stammen aus Kläranlagen
  • Auslaufendes Heizöl, Lösungsmittel, Benzin sowie anderweitige, giftige Chemikalienstammen aus Unfällen oder einer unsachgemäßen Entsorgung vonGefahrenstoffen.
  • Schadstoffbelastete Abwässer und giftige Abgase stammen aus zahlreichenIndustrieanlagen. Unternehmen entsorgen diese nicht korrekt, weshalb diese eine Wasserverschmutzung begünstigen.
  • Belastungen, die durch Kühlwasser und eine kleine Menge an Radioaktivität entstehen, stammen aus Kraftwerken und Kernkraftwerken. Auch sie verunreinigen das Wasser.
  • Insektizide, Fungizide und Pestizide sind Mittel, die in der Landwirtschaft zum Einsatz kommen, jedoch das Wasser verschmutzen
  • Fracking ist eine Methode, die das Grundwasser verunreinigt, weil dadurch gefährliche Chemikalien im Wasser landen.
  • Müll, radioaktive Abfälle sowie Altöle landen im Meer aufgrund von Ölbohrungen, Überfischung und Seefahrten.
  • Kunststoffmüll verursacht Wasserverschmutzungen. Dasselbe gilt für Mikroplastik, denn dieses ist in zahlreichen Kosmetikprodukten enthalten.
  • Bakterien, Viren sowie andere Mikroorganismen verunreinigen Gewässer. Sie finden ihren Weg ins Grund- und Trinkwasser über Abwässer und Fäkalien

(vgl. https://www.bela-aqua.de/wasser-ist-unser-kostbarstes-gut  – Zugriff am 21.6.2022)

Nicht nur ein Stoff, sondern zahlreiche Substanzen verunreinigen die erneuerbare Ressource Wasser. Nicht nur die Landwirtschaft oder die Industrie, sondern auch Privathaushalte und jede einzelne Person verunreinigt das Wasser. Es ist auch nahezu unmöglich, zu existieren und keine Wasserverschmutzung zu praktizieren – mal mehr, mal weniger, mal bewusst, mal unbewusst. Zudem sind zahlreiche Arten der Wasserverschmutzung irreversibel. Allerdings können Unternehmen, Privathaushalte und Verbraucher Präventionsmaßnahmen ergreifen, um Wasserverschmutzungen gar nicht erst entstehen zu lassen.

Wasserverschmutzung vorbeugen?

Forscher sagen ein düsteres Szenario voraus, denn laut Ihnen werden bereits im Jahre 2025 50 Prozent der Weltbevölkerung in wasserarmen Regionen leben. Somit stellt jeder einzelne Tropfen des verschmutzten Wassers einen irreversiblen Verlust dar. Deshalb sind Vorbeugemethoden unverzichtbar.

2025 werden 50% der Bevölkerung in wasserarmen Regionen leben. Eine Katastrophe

Zu den sinnvollen Methoden, die Wasserverschmutzungen entgegenwirken, gehören Anstrengungen, welche Regierungen, Unternehmen und Privathaushalte unternehmen, um ihre CO2-Emissionen zu senken. Denn dadurch steigt die globale Erwärmung weniger an; auch einer Versauerung der Ozeane beugen Wirtschaftssubjekte auf diese Weise vor.

Außerdem überwiegt im Hinblick auf die Wasserverschmutzung die biologische Landwirtschaft im Vergleich zur konventionellen Agrarwirtschaft. Denn die Erstere verzichtet der Gesundheit der Menschen, Pflanzen und Tiere zuliebe auf Pestizide und anderweitige Giftstoffe. Dadurch erfolgt eine geringere Wasserverschmutzung.

Ebenfalls als gute Präventionsmaßnahmen dienen Reduktionen von Abwässern. Eine sichere Aufbereitung von Abwasser ermöglicht zudem eine Möglichkeit, dieses für die Energieerzeugung zu nutzen.

Reduktion von Einweg- und Mikroplastik sowie ein Praktizieren der Kreislaufwirtschaft ist für die Reinhaltung von Gewässern eine Präventionsmaßnahme, die nahezu Gold wert ist. Denn dadurch existiert weniger Mikroplastik, welches in Meeren, Seen und Flüssen schwimmt.

Eine nachhaltige Fischerei sichert nicht nur den Artenschutz, sondern wirkt effektiv einer Meeresausbeutung und Wasserverschmutzung entgegen.

Die genannten Präventionsmaßnahmen richten sich an den Industrie- und Landwirtschaftssektor. Wohingegen die nachfolgenden Ratschläge eher an Privathaushalte gerichtet sind.

Effektive Präventionsmaßnahmen gegen eine Wasserverschmutzung für Privathaushalte

Verbraucher, die weniger Wasser verwenden, wirken einer Wasserverschmutzung entgegen. Doch das ist leichter gesagt als getan, denn Privathaushalte haben das Gefühl, dass sauberes Wasser endlos vorhanden ist. Leider trifft das nicht zu und das absolute Gegenteil ist der Fall. Es ist jedoch alles andere als einfach, die eigene Denkweise zu ändern. Deshalb sind Hilfsinstrumente gut: Vorrichtungen, die Wasser sparen – an Toiletten, Waschbecken und Duschen. Baden sollte eine Ausnahme sein. Stattdessen sollte ein kurzes Duschen bevorzugt werden. Regenwasser sammeln, um Pflanzen zu bewässern, ist ebenfalls eine gute Methode, um Wasser zu sparen und einer Wasserverschmutzung entgegenzuwirken.

Das, was für die Industrie im Hinblick auf Chemikalien gilt, trifft ebenso auf Privathaushalte zu: Keine Chemikalien im Abfluss entsorgen. Und diejenigen, die auf nachhaltige, umweltfreundliche Reinigungsmittel umsteigen, kämpfen bereits sehr gut gegen eine Wasserverschmutzung. Zitronensäure und Essig reinigen gut und umweltfreundlich. Außerdem reduzieren sie die Luftverschmutzung in Innenräumen.

Diejenigen, die sichergehen möchten, sauberes Wasser in ihren eigenen vier Wänden zu haben, sollten ihr Wasser auf Bleiverunreinigungen untersuchen lassen. Denn zahlreiche Haushalte haben – ohne es zu wissen – Bleileitungen. Leider landet dieses im Trinkwasser. Bei kleinen Kindern führt das gesundheitlichen Problemen. Deshalb lohnt sich eine Untersuchung des Wassers. Sofern das Ergebnis positiv ausfällt, können Haushalte einen zuverlässigen Filter einbauen. Dieser befreit das Wasser von Giftstoffen. Zudem sparen diejenigen, die einen Wasserfilter haben eine Menge Geld. Es macht einen Riesenunterschied, ob man Wasserflaschen kauft oder lediglich den Wasserhahn aufdreht, und sauberes Wasser trinkt.

Und manchmal ist nichts tun eine gute Lösung. Das trifft zu, wenn Verbraucher kein Öl oder anderweitige Substanzen in Abwassersysteme auf der Straße schütten. Denn bereits eine geringe Menge an Öl hat die Macht, Tiere und Pflanzen zu töten. Auch wenn es selbstverständlich ist, dass Müll nicht auf die Straße gehört, machen das dennoch zahlreiche Menschen. In der Nähe von Gewässern sollte aber keineswegs Müll sein. Denn Tiere könnten Abfälle mit Nahrung verwechseln und daran sterben.

Der eigene Rasen sollte nicht mit Pestiziden besprüht werden. Stattdessen sollte weniger Dünger zum Einsatz kommen – oder lediglich organische Mittel. Denn sämtliche Stoffe finden – früher oder später – einen Weg zum Grundwasser.

Achtsamkeit in puncto Wasser ist ebenfalls eine gute Methode, um einer Wasserverschmutzung vorzubeugen.

Fazit zur Wasserverschmutzung

Die Wasserverschmutzung ist eine unterschätzte Gefahr. Sie gefährdet die Gesundheit und den Fortbestand von Mensch, Tier und Umwelt. Zu allem Überfluss hat der Mensch dieses Übel durch seine achtlosen Aktivitäten verursacht. Und als ob das nicht schon schlimm genug ist, existiert noch eine irreversible Wasserverschmutzung. Dieser Art der Verunreinigung bleibt für immer – und ewig. Deshalb ist es definitiv an der Zeit umzudenken und zu handeln.

Allerdings können weder Regierungen noch Unternehmen noch Privathaushalte einer Wasserverschmutzung entgegenwirken, wenn sie viel zu wenig über dieses Umweltproblem wissen. Zudem leben Verbraucher in den Industriestaaten in einer Scheinwelt. Wieso leben sie in einer Scheinwelt? Weil sie glauben, dass es unendlich viel sauberes Trinkwasser gibt. Sie denken, dass der Anteil des verschmutzten Wassers gering und deshalb nicht der Rede wert ist. Leider sieht die Realität anders aus: Es existieren nur wenige, saubere Gewässer. Deshalb müssen ALLE handeln und Präventionsmaßnahmen ergreifen. Sie sind weder schwer noch unmöglich. Wie wäre es mit einem nachhaltigen Haushaltsreiniger? Ein kleiner Schritt – mit einer großen Wirkung, welche in die Richtung: sauberes Wasser geht.

Unternehmen und Bildungseinrichtungen erreichen eine Vielzahl an Kindern, Jugendlichen und Erwachsenen. Deshalb wäre es von Vorteil, wenn sie eine umfassende Aufklärungsarbeit leisten würden. Denn ohne Wasser – insbesondere ohne sauberes Wasser – sind wir im wahrsten Sinne des Wortes verloren.